Zu alten und neuen Mühlen am Üßbach

Neumuehle

Alte Mühlen gibt es in den Bachtälern der Vulkaneifel wahrlich viele. Ein langer Wanderweg — der Mühlenweg — führt zu den bekanntesten, unter anderem auch zur Strotzbüscher Mühle. Mit dieser Tour bieten wir eine Alternative zum Mühlenweg, der auf gut 14 km zu den drei schönsten Mühlen am Üßbach führt, eine davon ist Start- und Zielpunkt: Es ist die Strotzbüscher Mühle.

Allerdings sagen wir Euch gleich: Hier geht es nicht nur gemütlich durch die Bachtäler, sondern auf dieser Wanderung ist einiges an Höhenmetern zu bewältigen und trittfest solltet Ihr auch sein. Gute Wanderschuhe sind sowieso ein Muss für alle unsere vorgeschlagenen Wanderungen!

Die Lage der Strotzbüscher lässt jede der Wanderungen mit einem satten Aufstieg starten. Heute müssen wir hinauf zur Üßbachhütte oberhalb der Mühle. Je nach Kondition wählt Ihr die Fahrstraße oder den Alpin-Pfad, ausgehend von der Thermalquelle. Oben angekommen erwartet Euch ein traumhafter Blick ins Siebenbachtal, bevor es über ein kurzes Straßenstück auf den Mühlenweg in Richtung Immerather Mühle geht. Am Ortsausgang könnt Ihr ein Homemade-Heiligenhäuschen aus dem Bauhaus bewundern. Wirklich gelungen, oder? Nun geht es abwechselnd durch schattige Wälder oder offenes „Bauernland“ mit vielen Weiden und Feldern. Allerdings auch einigen „Hinterlassenschaften“ wie altes Gerät oder verfallende Feldscheunen. Die weiten Blicke über die offene Landschaft bleiben dadurch ungetrübt. Genießt sie, den mit dem Abstieg zur Immerather Mühle mit ihrem morbiden Charme ist es damit vorbei.

Die Immerather Mühle ist ein besonderer Ort. Seit Jahren wird dort renoviert, aber richtige Fortschritte sieht der Wanderer nicht. Egal, an der Mühle solltet Ihr auf Entdeckungsreise gehen. Haupthaus, Scheune, Nebengebäude und der Mühlbach: Alles sehenswert!

Schon der Blick aus der Ferne, wenn Ihr am Maarbach entlang auf die Mühle mit dem imposanten Mühlengebäude zugeht, lässt Euch erahnen, was Euch erwarten. Am frühen Morgen taucht die Morgensonne das Gelände in ein ganz besonderes Licht. Geht langsam, nehmt die Stimmung auf, lauscht den Waldvögeln und dem immer lauter werdenden Plätschern des Mühlbachs.

Direkt an der Mühle entlang verläuft der Wendelinusweg, dessen Markierungen Ihr nun ein Weilchen folgen könnt. Es geht mit mäßiger Steigung am Hang des Maarbachs entlang. Schroffe Felswände weisen darauf hin, dass die Vulkaneifel Teil des Rheinischen Schiefergebirges ist. Ganz plötzlich ändert der Pfad seine Hauptrichtung und anstatt des Maarbachs begleitet uns nun der Üßbach.

Ein wenig Aufmerksamkeit ist erforderlich, um den schmalen Pfad hinunter in Üßbachtal nicht zu übersehen. Wenn Ihr mit dem GPX-Track unterwegs seid, ist alles gut. Wenn nicht: Achtet auf einen Hauptwegweiser links am Weg und einem Hinweis „Lutzerath“ rechts am Weg. Beides ist nicht besonders gut sichtbar. Habt Ihr den Pfad, geht es nun steil hinunter ins Tal, wo Ihr die Mühle seht und einige tierischen Bewohner hört. Über ein Brückchen geht es zur Mühle.

Und die hat es in sich. Leider hat das „Hofcafe zur Neumühle“ selten geöffnet, und das auch nur an Sonntagen. Aber der Innenhof ist immer gastlich und einladend hergerichtet, so dass es für eine Rast immer reicht. Lasst Euch Zeit, es gibt viele Kleinigkeiten zu entdecken. Sei es ein beranktes Fenster, ein bewachsenes Gartentor oder auch die „Hochterasse“ mit hölzernem Aufgang.

Ein letzter Blick zurück auf den Üßbach und dann hinauf und hinauf. Der Weg ist breit und festgefahren, es ist die Zufahrt zur Mühle. Aber irgendwann hat jeder Aufstieg sein Ende und unserer führt nun auf den markierten Maare-Thermen-Pfad um Lutzerath. Der Pfad ist schmal, mäßig steil und führt über ein Brückchen auf die andere Seite eines nicht benannten Bächleins. Dort geht es wieder aufwärts um das Spiel ein wenig später zu wiederholen.

Auf der Höhe wird der Weg breit und schattenlos, in der Mittagshitze kein Vergnügen. Es ist im Wortsinn eine „Durststrecke“ die uns ins Straßbachtal führt, wo es zügig hinuntergeht. Das kann aber nicht wirklich erfreuen, denn jeder Meter, den es hier hinabgeht, muss später zur Achtehöhe wieder aufgestiegen werden. Und dieser Aufstieg hat es in sich! Allerdings wartet ja eine Belohnung auf uns: Der Aussichtspunkt Achterhöhe, der uns nun das Siebenbachtal von der anderen Seite als beim Start zeigt. Wer genau hinschaut, kann sogar die Tipis auf der Zeltwiese an der Strotzbüscher Mühle erkennen.

Ab hier beginnt der Rückweg, der uns zum Drei-Eichenhaus und weiter über den Maare-Pfad zurück ins Üßbachtal führt. Ein kurzes Wegstück am Üßbach entlang und schon shen wir die Tipis, die wir eben noch von der Achterhöhe ausmachen konnten, direkt vor uns.


Kategorie Featured, Pfade, Vulkaneifel, Wandern

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen. Er ist zertifizierter Wanderführer im Deutschen Wanderverband (Wanderführer DWV) und führt Interessierte gerne über nicht so bekannte Pfade & Wege

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