Foto-Wanderung auf dem Keltenrundweg

Keltenrundweg

Keine Burgruinen oder spektakuläre Wasserfälle, aber andere Sehenswürdigkeiten säumen den Keltenrundweg, einen Wanderweg im besten Wortsinne. Der waldreiche Weg führt von der Vulcano-Plattform — einem 24 m hohen Aussichtsturm — auf der Steineberger Ley zum Feuchtbiotop im alten Steinbruch. Auf samtweichen Wiesenwegen wandern wir über eine Hochebene weiter ins Ueßbachtal. Dort besuchen wir dier Maismühle und die Demerather Mühle bevor es hinauf in den Geißbüsch und wieder hinab ins Thielbach-Tal geht. An der Wachholderheide «Geisert» vorbei wandern wir weiter zum zum Demerather Drees, einem Sauerbrunnen. Zurück steigen wir durch den Langscheid zur Vulcano-Plattform hinauf, gehen durch einen den Kelten zugeschriebenen Steinwall, der dem Keltenrundweg seinen Namen gegeben hat.

Die Tour selbst habe ich im Bericht «Der Keltenrundweg – ein »Wanderweg« im besten Wortsinn» beschrieben. Dieser neue Beitrag liefert aktuelle Fotos und einige Hintergrundinformationen. Am Ende des Berichts findet Ihr den Track als Karte und auf Outdooractive.

Auf dem Keltenrundweg von der Steineberger Ley ins Üßbachtal

Die «Steineberger Ley», einvon weitem sichtbare Berg am südöstlichen Ortsrand von Steineberg, ranken sich in Steineberg und Umgebung manche Sagen und geschichtliche Ereignisse. Seinen Ursprung hat der Berg im lebhaften Vulkanismus der Eifel vor ca. 35 Millionen Jahren im Zeitalter des Tertiär. Steineberg lag damals in einem Nord-Süd-Streifen, der besonderer vulkanischer Aktivität unterlag. Infolge dieser Naturgewalten bildet ein fester Basaltstein den Untergrund der Steineberger Ley.

Der massive Basaltkegel „Steineberger Ley“ wurde schon vor dem ersten Weltkrieg wirtschaftlich genutzt. An der Nordseite der Steineberger Ley begann ein Steinbruchbetrieb mit der Gewinnung und Verarbeitung des Grundgesteins. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten schob sich die Abbruchkante immer näher an den inzwischen unter Natur- und Denkmalschutz stehenden Ringwalles heran.

Keltenrundweg

Feuchtbiotop „Alter Steinbruch“und eine Audio-Datei mit einem dortigen Froschkonzert

Als dann die obere Straßenbehörde feststellte, dass das abgebaute Material durch Verwitterung und Sonnenbrände für den „modernen“ Straßenbau nicht geeignet ist, war das Ende des Steineberger Steinbruches besiegelt und der Steinbruch wandelte sich ab 1976 zum Feuchtbiotop, im Jahre 1983 wurde die Steineberger Ley zum offiziellen und damit geschützten Naturdenkmal erklärt.

Der Üßbach ist ein knapp 49 Kilometer langer Bach in der Eifel (Rheinland-Pfalz). Er entspringt bei Mosbruch im Landkreis Vulkaneifel und mündet bei Alf (Landkreis Cochem-Zell) in den gleichnamigen Fluss, kurz bevor dieser in die Mosel mündet. Der Wanderer trifft in der Vulkaneifel immer mal wieder auf den Üßbach, so im Siebenbachtal bei Strotzbüsch oder entlang des Mühlenweges zur Oberscheidweiler Mühle.

Entlang des Üßbach zur Maismühle und zur Demerather Mühle

Der Üßbach mäandert in großen Schleifen durch breite Auwiesen, die ihm augenscheinlich als Überschwemmungsfläche dienen. Der Bach führt häufig mächtig viel Wasser und nimmt dann eine beträchtliche Breite an. Später kreuzt eine Brücke, die zur Maismühle führt, den Üßbach. In der Demerather Chronik wird berichtet, dass

»die Maismühle im Ueßbachtal der Versammlungsplatz der Hexen in der Nacht zum ersten Mai war, die von alters her als „Hexennacht“ gilt .. Menschen und Vieh waren durch ihren Zauber gefährdet« »Heute«, so heißt es in einem Text von 1962 weiter, »gibt es in Demerath nur sehr wenige Leute, die an Hexenkünste glauben, und kaum ein Bauer wird, der Gepflogenheiten seiner Vorfahren folgend, am ersten Mai in den Kuhstall gehen und das Vieh mit Weihwasser besprengen..«

Die im Tal des Üßbaches östlich von Demerath gelegene «Demerather Mühle» wurde um 1500 erstmalig urkundlich erwähnt. Der Dorfchronik ist zu entnehmen, dass die Mühle 1578 in ihrer Funktion als „Bannmühle“ einem Verfolgten sechs Wochen und drei Tage freien Aufenthalt und Sicherheit vor dem Zugriff der Verfolger gewährte. Heute ist die Demerather Mühle in Privatbesitz und ist nicht bewirtschaftet.

Über den Geißbüsch zur Demerather Wacheolderheide

Hinter der Demerather Mühle beginnt der Aufstieg in den «Geißbüsch», ein Mischwaldgebiet, durch den sich viele Wanderwege ziehen, so der Maas-Rhein-Fernwanderweg, der Vulkanweg des Eifelverein und der Apolloniaweg.

Das Wachholder-Naturschutzgebiet Geisert liegt von Demerath am Südhang eines Vorflutertales zum Grundbach. Das NSG ist eine wacholder­reiche Zwerg­strauch­heide auf dessen saurem Boden auch vereinzelt Flächen von Borstgrasrasen zu finden sind.

Vorbei am Demerather Drees zum Keltenring auf der Steineberger Ley

Heute umschließen die Reste des keltischen Ringwalls, der – so vermutet man heute – ehemals eine Fluchtburg der Kelten bildete, die Vulcano-Infoplattform auf der Basalt-Kuppe des Steineberg. Hier finden wir auch ein Hügelgräberfeld

.

Um diesen dicht bewaldeten Berg ranken sich in Steineberg und Umgebung manche Sagen und geschichtliche Ereignisse:

Als vor Jahrzehnten Waldarbeiter auf der Ley eine Eiche fällten, fanden sie in einem hohlen Baum das Skelett eines Menschen. Da wob sich aus dunkler Erinnerung stückweise eine Sage zusammen, die Sage von der Schwedenschlacht auf der Steineberger Ley. Es war im Jahre 1644, gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges als ein Schwedenheer raubend und plündernd durch Maifeld zog. Die Maifelder Bauern zogen den Zerstörern ihrer Heimat nach und griffen sie zur nächtlichen Zeit auf der Steineberger Ley an. Die schlecht bewaffneten Bauern wurden jedoch überwältigt, und der letzte von ihnen mußte, eingezwängt und festgebunden in einen Baumspalt, „lange sterben“. Bis zur Jahrhundertwende wurde in der nahen Pfarrkirche in Mehren eine Jahresmesse gelesen „für die Erschlagenen zu Steineberg“. Quelle:Jahrbuch Vulkaneifel 1974

Klick auf das Bild öffnet einen interaktiven 360°-Rundumblick

Karten und Tracks des Keltenrundweg


Der Keltenrundweg auf Outdooractive

Wegen einiger Abstecher auf meiner Tour habe ich den Track der Ferienregion Pulvermaar auf Outdooractive eingebunden, der an der Vulcanoplattform startet.

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Kategorie Featured, Fotografie, Wandern, Wanderwege, Ziele

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen. Er ist zertifizierter Wanderführer im Deutschen Wanderverband (Wanderführer DWV) und führt Interessierte gerne über nicht so bekannte Pfade & Wege

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