Spuren im Stein – Die Geschichte der Vulkaneifel

Vulkaneifel

Gestern hatte ich Gelegenheit an der Vorab-Premiere der SWR-Dokumentation ›Spuren im Stein – Die Geschichte der Vulkaneifel‹ im Vulkanpark Informationszentrum in Plaidt teilzunehmen. Die Erstausstrahlung erfolgt am Sonntag, den 29. Mai 2016 um 20.15 Uhr im SWR-Fernsehen .

Die Regisseurin Dorothea Maria Schwab führte in die Thematik ein und diskutierte mit den Gästen der Preview

Die Regisseurin Dorothea Maria Schwab führte in die Thematik ein und diskutierte mit den Gästen der Preview

Die feurige Vergangenheit der Vulkaneifel prägte eine Mittelgebirgslandschaft, die einzigartig für Europa ist. Nur hier kann man Deutschlands jüngste Vulkane aus der letzten Eiszeit bestaunen. Sven Plöger und Lena Ganschow nehmen Sie im SWR mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Sie erkunden Orte, an denen die Spuren im Vulkangestein noch heute von unseren Ahnen erzählen.

Die Vulkaneifel ist voller Überraschungen

Die Vulkane beeinflussten die Kulturgeschichte der Vulkaneifel seit der Jungsteinzeit über die Kelten- und Römerzeit bis heute. Hätten sie gedacht, dass eines unserer ältesten Küchengeräte ein steinerner Exporthit der Vulkaneifel war? Was wäre die Blütezeit der mittelalterlichen Baukunst im Rheinland ohne die vulkanischen Baustoffe? Die Vulkaneifel ist voller Überraschungen: Vulkansteinchen, die schwimmen, werden zu Leichtbausteinen und dieser Bims und vor allem die Asche wurden bei dem zuletzt größten Vulkanausbruch über die Stratosphäre kilometerweit über Mitteleuropa getragen.

Zeugen des gewaltigen Vulkanausbruchs findet man sogar in Norditalien, Frankreich und Südschweden. Bis heute ist der Naturstein heiß begehrt und dies auch unter den Fledermäusen. Über 70.000 Winterschläfer suchen Unterschlupf in den alten Basaltstollen in Mayen und Mendig, die aus der Zeit der berühmten Mühlsteinindustrie stammen. Bierbrauer schätzen die Kälte der Felsenkeller, und die mediterranen Bienenfresser lieben die Wärmedämmung des erstarrten Vulkangesteins für ihre Nisthöhlen.

Aus dem Inferno von vielen Vulkanausbrüchen ging Kulturgut hervor, das die Eifeler bis heute zu schätzen wissen. Doch mit dem Abbau der Vulkane verschwinden auch Deutschlands einzige Zeugen aus jüngster Vulkangeschichte, und aus manchen kann man sogar Klimageschichte ablesen. Einige Maare, ein Vulkantyp, für den die Eifel berühmt ist, eignen sich hervorragend als prähistorisches Tagebuch. Pollen im Sediment erzählen über die Lebensbedingungen im Erdzeitalter. Packende Animationen entführen uns in die explosive Geschichte der Eifel.

Maare als prähistorisches Tagebuch

Vor nur 12.900 Jahren war der Ausbruch des Laacher See –Vulkans mit Abstand der Gewaltigste, der sich in der letzten eine Million Jahre in Mittel- und Westeuropa ereignete. Seine Explosionskraft verdankte er gasreichem Magma, das sich Jahre in einer oberflächennahen Kammer ansammelte. Eine virtuelle Animation nimmt uns mit auf die Reise in die Tiefe der Erde. Die riesige Kammer wurde damals mit Magma aus dem Erdmantel gespeist. Dort unten befindet sich auch heute noch ein lokal aufgeheizter Bereich aus Gesteinsschmelzen, der unter dem Namen Eifelplume bekannt wurde. Und noch heute blubbern an vielen Stellen vulkanische Gase aus der Erde der Eifel, auch Mofetten genannt. Aber aus welcher Tiefe stammen die Gase? Sind sie nur Zeuge von erkalteten Magmaresten aus früheren Vulkanausbrüchen oder liefern sie gar Hinweise für aktuelle magmatische Aktivität? Der Atem der Vulkane steckt in jeder Eifeler Mineralwasserflasche und bestimmt mithin den Geschmack des Sprudels.

Auch der weltweit höchste Kaltwassergeysir bei Andernach ist Zeuge der sprudelnden Kraft. Das Moderatorenteam des SWR geht den vulkanischen Ausdünstungen auf den Grund, denn der Vulkanismus der Eifel ist noch nicht erloschen, darin sind sich die Geowissenschaftler einig. Aber wie steht es heute um die schlummernden Gesteinsschmelzen? Eine virtuelle Reise in die Tiefe zeigt uns in einer Animation Mikrobeben aus den letzten Jahren, die vermutlich mit der Aktivität von magmatischen Schmelzen im oberen Erdmantel zu tun haben. Sven Plöger und Lena Ganschow begleiten ein Expertenteam auf Spurensuche zu den geheimnisvollen Mofetten am Laacher See. Gasanalysen sollen klären helfen, ob es aktuelle Hinweise auf magmatische Aktivität tief unter uns gibt und ob diese irgendwann einmal dazu führen könnten, dass in der Eifel neue Geschichten aus vulkanischem Gestein geschrieben werden.

Motiv 1
Text: Pressetext des SWR
Fotos:
Beitragsbild, Plöger u Dr. Hunold_Mühlsteine, Vulkanausbruch, Vulkanfelder (c)SWR
Team Prof. sirocko (c) SWR via D.M.Schwab
Lacher See Fotografin: Dorothea Maria Schwab
Bild Hauyn: Hauyn-roh_(c)Lizenz-SWR via W.Schüller
Bild vom Pulvermaar Fotografin: Klaudia Kretschmann Rechte Dr. Frank G. Fetten

Kategorie Journal

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen. Er ist zertifizierter Wanderführer im Deutschen Wanderverband (Wanderführer DWV) und führt Interessierte gerne über nicht so bekannte Pfade & Wege

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