Die Georoute der FerienRegion Pulvermaar

Jedes Örtchen in der Vulkaneifel, das etwas auf sich hält, weist eine «Georoute» aus. Im Gegensatz zu den meisten Anderen wartet diese Georoute mit echten geologischen Highlights auf. Die Georoute startet in Gillenfeld, streift das Ellscheider Trockenmaar und ein Übergangsmoor, den Mürmes . Weiter geht es zum Vulkansystem Hetsche Maar -— Dürre Maar — Holzmaar und führt durch die geologisch und archeologisch interessanten Alfbachauen ins Vulkansystem Strohner Märchen — Römerberg — Pulvermaar . Den Abschluss bildet ein Blick in die Lavagrube im Pulvermaar-Krater, in dem die Ablagerungsschichten der diversen Ausbrüche des Pulvermaar-Vulkans sichtbar sind.

Die Georoute FerienRegion Pulvermaar

Gillenfeld und Ellscheid

Die Georoute startet an der Touristinfo in Gillenfeld und folgt zunächst bekannten Markierungen, wie dem Vulkanweg des Eifelvereins. Die am Weg liegende Mariengrotte gehört nicht zu den geologischen Besonderheiten, interessant ist immerhin, dass sie aus dem porösen vulkanischen Tuffgestein aufgebaut ist. Bald verlässt die Route diesen Weg und wendet sich in die Laubach , ein Tal, das Gillenfeld mit dem Ellscheider Trockenmaar verbindet. Das Ellscheider Maar hat das finale Stadium aller Maare erreicht: Es ist — bis auf einige kleine Feuchtgebiete auf der Talsohle — vollständig trocken gefallen.

Der Weg passiert das Trockenmaar östlich und erlaubt den offenen Blick in nordwestliche Richtung in das Maar. Über den Antoniusweg erreicht die Georoute Ellscheid. Ein hübsches Örtchen, das gerade den Wandel von der landwirtschaftlichen zur touristischen Prägung abgeschlossen hat. Am Antonius mit den Schweinen, dem Ortsheiligen, findet man reichlich Informationsmaterial über den Ort. Oder man besucht die Website.

Vorbei an der Ellscheider Kirche St. Antonius geht es, den Hinweisen zum Mürmes-Rundweg folgend, hinunter zu eben diesem Mürmes.

Der Mürmes

Die Besonderheit der Eifelmoore liegt in ihrem Vulkanischen Ursprung. Einige liegen in Maarkesseln, die im Laufe der Jahrtausende verlandeten. Ein Beispiel hierfür ist der Mürmes, ein ca. 34 ha großes Übergangsmoor. Es zeigt eine Besonderheit, nämlich einen ausgedehnten Schwingrasen im Zentrum. Rings um das Moor haben sich am ehemaligen Kraterrand des Vulkans artenreiche Magerwiesen ausgebildet. Der Mürmes ist sicher eines der geologischen Highlights auf dieser Georoute.

Der Mürmes ist Brut- und Rastplatz für Zahlreiche Vogelarten. Mit etwas Glück kann man von den Infoplattformen — eine ist mit einem Fernrohr bestückt — einen Kranich oder Weißstorch beobachten. Auch der Rotmilan und der Wiesenpiper sind dort heimisch. Aber auch kleinere Geschöpfe gibt es zu entdecken: Die Schwarze Heidelibelle, die Torf-Mosaikjungfer oder den Hochmoor-Perlmutterfalter.

Damit nicht genug: Spezialisten aus der Pflanzenwelt, wie der Sonnentau, Knabenkraut und das Sumpf-Blutauge haben sich hier angesiedelt.


Vorbei an einigen Aussiedlerhöfen führt der Weg nun durch ein Gebiet der ehemaligen Fischweiher des Erzbischofs und Kurfürsten zu Trier. Heute ist alles grün rund um Saxler, vor rund zweihundert Jahren war noch alles blau. Damals lag Saxler wie auf einer Insel inmitten einer Seenkette. Heute sind nur weite Wiesen und Ebenen geblieben. Und geblieben ist auch der Name. Denn Saxler leitet sich ab aus dem lateinischen „Saxeus Lacus“, was nichts anderes als „Sachsenweiher“ bedeutet.

Entlang des Maare-Mosel-Radweges wendet sich die Georoute nach Süden und führt zu einer, wenn auch nicht geologischen, so doch faunistischen Sehenswürdigkeit. Dem Vogelschutzgebiet am Rinzenklopp. Entlang dieses Schutzgebietes geht es nun nach Süd-Osten hinauf zum Vulkansystem um das Holzmaar.

Vulkansystem Hetsche Maar, Dürre Maar und Holzmaar

Vor rund 20.000 Jahren entstand entlang einer Störungslinie oder Spalte in der Erdkruste ein vulkanisches Dreigestirn: Holzmaar, Dürres Maar und das Hetsche Maar. Das Grundgebirge besteht hier aus unterdevonischen Ton-, Siltsteinen und Sandsteinen der Eckfeld-Schichten, die teilweise durch die Maar-Tuffe überdeckt sind.

Das Hetsche Maar

Das Maar repräsentiert die älteste, vulkanische Ausbruchsstelle der Holzmaar-Gruppe (Hetsche – DürresMaar – Holzmaar) und ist zudem das „kleinste Eifel-Maar“. Wahrscheinlich entstand das Maar durch ein bis zwei Eruptionen. Im Trichter lässt sich vulkanisches Auswurfmaterial vom Dürren Maar nachweisen. Heute ist es zu einem sumpfigen Seggenried verlandet. Hetsche ist übrigens der Gillenfelder Mundartausdruck für Erdkröte – ein Hinweis für einen hiesigen Bewohner.

Das Dürre Maar

Das Dürre Maar liegt sehr geschützt, da es teilweise von steilen Hängen und hohen Wäldern umgeben ist. Das Moor ist stark oligotroph und besitzt neben dem Moorinneren einen Randlagg – hier sind Arten der Hoch- und Zwischenmoore angesiedelt. Es repräsentiert die zweitälteste vulkanische Ausbruchsstelle der Holzmaar-Gruppe und wurde zusammen mit dem Holzmaar 1979 unter Naturschutz gestellt.

Das Moor wird in 3 Zonen unterteilt: Vom Ufer her wachsen im Randlagg (Uferstreifen mit Wasser) verschiedene Seggengräser. Danach folgen die Torfmoose wieder vermischt mit den Seggen. Im Zentrum dominieren die Wollgräser und die Torfmoose. Der heutige Grundwasserspiegel liegt bei ca. 6 m unter der Mooroberfläche.

Das Holzmaar

Holzmaar

Das Holzmaar ist weltweit am besten erforscht. Im Holzmaar wurden ab den 1980er Jahren von der Uni Trier und später bis heute vom GeoForschungsZentrum Potsdam zahlreiche Bohrkerne aus den Seesedimenten gewonnen und untersucht. Neue Untersuchungsmethoden sind hier erprobt und optimiert worden. Die Sensoren der auf dem See schwimmenden grünen Boje messen kontinuierlich die Wasserparameter und Algendichte in verschiedenen Wassertiefen. Vom Kernforschungszentrum Jülich werden diese für die monatliche Auswertung via Satellit abgerufen.

Dank seines jungen Alters ist die Verlandung noch nicht weit fortgeschritten, so ist der See ein wahres Naturparadies. Umrahmt von einem fantastischen Buchenwald, der auf einem Rundweg erforscht werden kann. Angler lieben das fischreiche Gewässer, Naturfreunde geraten bei der Beobachtung von Haubentaucher und Großem Granatauge ins Schwärmen. Es wird von einem Quellbach des Sammetbaches gespeist, der das Maar durchquert und ist somit das einzige Eifelmaar mit einem Zu- und Abfluss.

Seinen Namen erhielt das Holzmaar vermutlich durch die nahe gelegene Holzmühle. Das aufgestaute Wasser im Holzmaar trieb die Mühle an. Fast an dieser Holzmühle entlang geht es nun in südliche Richtung ein Stück am Sammetbach entlang, bevor die Georoute in westliche Richtung über den Mühlenkopf in die Alfbachauen zwischen Gillenfeld und Strohn führt.

Auf der Georoute durch die Alfbachauen

Als ein Lavastrom des Wartgesberg-Vulkan das Tal der Alf zwischen Strohn und Spring verschloss, bildete die Alf einen Stausee, der bis ans heutige Gillenfeld reichte. Die Alfbachauen bildeten den Seegrund, der — nachdem die Alf sich in der heutigen Strohner Schweiz ihr Flussbett zurückeroberte — eine Fläche mit fruchtbarem Ackerland zurückließ. Kelten und auch Römer erkannten dies früh und siedelten in diesem Gebiet, wie verschiedene archäologische Funde belegen. Durch die Alfbachauen erreicht der Weg nun eine weitere Sehenswürdigkeit.

Alfbachauen

Ein weiteres Highlight der Georoute:
Das Vulkansystem Pulvermaar, Römerberg und Strohner Märchen

Georoute

Foto: Feriendorf Pulvermaar

Das Naturschutzgebiet erstreckt sich zwischen Gillenfeld und Strohn im Bereich der durch eine Vulkangruppe geformten Landschaft aus zwei Maaren und einem 65 Meter hohen Tuff- und Schlackenkegel, dem Römerberg. Zuerst explodierte im Süden das Strohner Maar. Beim nächsten Ausbruch entstand der heute etwas asymmetrische Vulkankegel Römerberg. Seine Südhälfte rutschte irgendwann in das Strohner Maar ab und verfüllte es! Zu guter Letzt entstand das Pulvermaar.

Naturschutzgebiet Pulvermaar mit Römerberg und Strohner Märchen

Naturschutzgebiet Pulvermaar mit Römerberg und Strohner Märchen Quelle: outdooractive.de

Das Srohner Märchern

Das Strohner Märchen liegt auf einer Höhe von 424 Metern üNN. Mit einem Durchmesser von gut 170 Metern gehört es zu den kleinen Maaren. Sein Kraterwall ist schon vollständig abgetragen und nicht mehr sichtbar. Es ist Bestandteil des 1984 ausgewiesenen NSG «Pulvermaar mit Römerberg und Strohner Märchen». Es entstand im Zusammenhang mit dem Eifelvulkanismus, der vor etwa um 8.800 v. Chr. an der Stelle des heutigen Moores ein Maar schuf. Es ist heute vollständig verlandet. Eine etwa 10 m dicke Torfschicht haben die Torfmoose in der zurückliegenden Zeit herausgebildet.

Die Besonderheit des Strohner Määrchens liegt in seiner Ausprägung als Maarkessel mit innen liegendem Moor. Die Vegetation des zentralen Moorbereiches wird von einem Hochmoorkomplex gebildet, dass von schmalen oligotrophen Randlagg umgeben ist. Diese beherbergen zahlreiche, meist sehr seltene Arten von Zwischenmoorgesellschaften (Heidemoor). Als Hochmoor zählt das Strohner Märchen zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen überhaupt. Auch zum Klimaschutz liefern intakte Moore einen großen Beitrag, da sie im Vergleich zu Waldflächen die vierfache Menge an CO2 langfristig binden.

Der Römerberg

Der Römerberg ist ein 65 Meter hoher Tuff- und Schlackenkegel, aber aufgrund seines Bewuchses mit dichten Nadelhölzern eher unscheinbar und wird vom zufälligen Besuchern der Georoute meist nicht als Besonderheit wahrgenommen, obwohl vermutlich Reste des Römerberg-Vulkans als Basaltdurchbruch auch auf dem südöstlichen Teil des Rundwegs um das Pulvermaar sichtbar sind.

Römerberg

Römerberg

Das Pulvermaar

Das Pulvermaar ist wie aus dem Bilderbuch: Es ist das am besten erhaltene Maar in der Eifel. Das fast kreisrunde Maar hat steile trichterförmige Wände. Der Maarsee liegt auf einer Höhe von 411 m ü. NN und ist mit einer maximalen Wassertiefe von 72 m der tiefste der Vulkaneifel. Bei einem Durchmesser von etwa 700 m und einer Seefläche von ca. 38,48 ha besitzt der See auch die größte Wasserfläche der Eifelmaare, auch wenn die gesamte vulkanische Struktur mit 900 * 950 m von vielen anderen Eifelmaaren übertroffen wird.

Pulvermaar Foto: Feriendorf Pulvermaar

Pulvermaar Foto: Feriendorf Pulvermaar

Der See heute ist mit über 70 m außerordentlich tief für ein Maar. Schätzungen für die ursprüngliche Höhe zwischen der tiefsten Stelle im Trichter und der höchsten Stelle auf dem Wall gehen bis zu 300 Meter! Davon ist heute nicht einmal die Hälfte übrig geblieben.

Wie eng die Vulkane des Vulkansystems Pulvermaar miteinander verbunden sind, zeigt auch ein Basaltstrom des Römerbergvulkans, der sich seinen Weg durch den Krater des Pulvermaar gebahnt hat und heute vum Rundweg um das Pulvermaar sichtbar ist.

Die Lavagrube am Pulvermaarvulkan

Eine letzte — wenn auch derezeit nur eingeschränkt bestaunbare — Sehenswürdigkeit ist eine Lavagrube direkt im Kraterrand des Pulvermaar. Dort kann der Besucher, wenn im Moment auch nur aus großer Entfernung, in einem sog. Aufschluss die Ablagerungsschichten der diversen Ausbrüche des Pulvermaar-Vulkans einsehen. An dieser Station wird derzeit geprüft, wie das Informationsbedürfnis der Besucher mit notwendigen Sicherheitsmaßnahmen in Einklang zu bringen sind. Sicher wird hier eine Lösung gefunden, die beide Aspekte gebührend berücksichtigt.

Die Georoute im Überblick

Die Georoute in der FerienRegion Pulvermaar ist 18,2 km lang und es sind rund 200 Höhenmeter auf- und wieder abzusteigen. Die Gehzeit beträgt somit bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 3 km (moderat) etwa 6 Stunden.

Track zum Download

Die Georoute auf outdooractive

Weitere Informationen

http://www.life-moore.de/
http://www.gesundland-vulkaneifel.de/gesundland/vulkanismus/highlights/strohner-maerchen.html
https://www.nabu-daun.de/bildergalerien/strohner-m%C3%A4rchen/
Die Maare der Vulkaneifel und ihre Entstehung

Kategorie Ferienregion Pulvermaar, Georoute, Pfade, Wandern

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen.