Klidinger Wasserfall – Von Kennfus nach Bad Bertrich

Klidinger Wasserfall

Dies Tour ist ein absolutes Highlight der bisherigen 2016ger Wandersaison. Es hat zwei Anläufe gebraucht, da es um Kennfus herum keinerlei Hinweise auf diesen Weg gibt. Vielleicht deshalb bin ich auf der Tour außer zum Ende auf der Falkenlay keinem Menschen begegnet. Allerdings rate ich dazu, diese Tour – anders als ich – nicht alleine zu gehen. Im Erdenbachtal und am Klidinger Bach reicht das Mobilnetz noch nicht einmal für Notrufe, es gibt kein Netz!

Von Kennfus zum Klidinger Wasserfall

Ihr werdet sehen, dass dieser Bericht keiner im üblichen Sinne ist. Wegbeschreibung braucht es wenige, Stichpunkte genügen. Deshalb wird es eher ein Fotobericht sein, obwohl die Schönheit und der Erlebniswert dieser Tour durch Fotos nur sehr unvollkommen wiederzugeben ist. Ich versuche es dennoch 😉

Gestartet bin ich in Kennfus in der Neubornstraße, gegenüber Hausnummer 18. Dort geht ein kleiner Stich hangabwärts, von dem ich nach rund 200 m nach rechts abbiege. Ich erreiche ein Blockhaus des örtlichen Wasserwerks und folge dem Weg. Steile, nein sehr steile Täler sind von eher unscheinbaren Bachäufen in das Schiefergestein gefräst worden. Ihr kennt die Schwierigkeit, deren Steilheit in Bildern festzuhalten? Deshalb ließ ich es auch. Aber sie sind wirklich sehr steil!

Bald erreiche ich das Erdenbachtal und ein ganzes Weilchen geht es direkt am Erdenbach entlang. Links über dem Erdenbach sehe ich die Schieferwand der Spitzley durch die hohen Bäume blitzen und eigentlich müsste ich bald an der Mündung des Klidinger Bachs und damit am Abzweig zum Klidinger Wasserfall sein. Aber es dauert und dauert. Unsicher geworden, kehre ich um und sehe nach einigen hundert Metern Umweg das Hinweisschild zum Klidinger Wasserfall. Jetzt komme ich ja aus Richtung Bad Bertrich, von Kennfus aus ist das Schild nicht zu sehen, zudem ist der Weg von einem hohen Stapel gefällter Buchen zugelegt und praktisch nicht mehr vorhanden. Also über die Stämme hinunter auf den Talgrund.

Dort erwartet mich eine abenteuerlich anmutende Querung. Nicht wegen der Art der Querung, sondern wegen des Zustandes. Diese scheint gefühlte 100 Jahre nicht angerührt worden zu sein! Vorsichtig taste ich mich vor. Und: Sie trägt mich und meine 85 kg, auch wenn die Stämme sich bedenklich biegen.

Klidinger Wasserfall

Hinter der Querung geht es steil bergan zum Klidinger Wasserfall, der Pfad ist schwierig zu begehen, keinerlei Sicherungen helfen beim Aufstieg. Hier ist absolute Trittsicherheit notwendig und entsprechendes Schuhwerk! Es geht am Klidinger Bach entlang einige hundert Meter hinauf zum Hauptfall, der etwa 20 mm Höhe misst. In mehreren weiteren Stufen fällt der Klidinger Bach dann ins Erdenbachtal.

Zurück auf dem Hauptweg (der Abstieg gestaltet sich schwieriger als der Aufstieg) geht es zunächst an der Mündung des Klidinger- in den Erdenbach vorbei weiter am Erdenbach entlang.

Klidinger Wasserfall

Vom Klidinger Wasserfall nach Bad Bertrich

Mal direkt am Erdenbach entlang, mal etwas höher durchs Tal gehe ich nun in Richtung Bad Bertrich. Bald sehe ich auch eine erste Markierung: Ein Eichenblatt auf weißem Grund, wohl die Kennzeichnung eines örtlichen Wanderweges. Später geht es rechts ab und damit etwas höher am Hang am Tal entlang. Nach eine Spitzkehre sehe ich plötzlich eine Reihe von Markierungen und Hinweisschildern: Alles deutet auf die Nähe von Bad Bertrich hin.

Aber ein entscheidender Hinweis fehlt. Auf der Karte habe ich gesehen, dass hier ein Pfad zum Aussichtspunkt Hohelay abzweigen muss. Nach einigen hin und her finde ich ihn auch. Völlig zugewachsen und kaum zu sehen. Aber das Suchen hat gelohnt. Ein schmaler Pfad führ über moosbewachsene Felsen zum Aussichtspunkt. Ein herrlicher Platz, an dem ich erst einmal ausgiebig raste.

Wieder zurück auf dem Hauptweg, will ich nun zum Hohenzollernturm, auf den dort hingewiesen wurde. Doch das gestaltet sich schwierig, denn auf der Höhe angekommen, gibt es keine Hinweise mehr. Ich gehe mal dort und mal da hin, finde aber kein Hinweisschild. Gut dann geht es eben zum Bismarckturm, der Weg ist ja ausgeschildert.

Auf den Turm kann ich leider nicht, der Aufgang ist mit einer Kette versperrt. Im Turm sehe ich dann auch warum. Diese Wendeltreppe scheint wirklich nicht mehr sicher. Egal, die Aussicht auf Bad Bertrich ist auch vom Fuß des Turmes wundervoll und hier finde ich sogar einen Hinweis auf mein eigentliche Ziel, den Hohenzollernturm.

Der Hohenzollernturm entpuppt sich als etwas höheres Pavillon, aber auch von hier wundervolle Panoramablicke auf das in ein schmales Tal gezwängte Bad Bertrich. Einige Meter weiter noch ein Aussichtspunkt mit einer Ruhebank. Völlige Ruhe umfängt mich hier oben, kein Mensch weit und breit und auch aus Bad Bertrich dringen keine Geräusche nach hier oben durch. Hier ist meditatives Rasten Pflicht!

Über die Falkenlay zurück nach Kennfus

Ab hier sind die Wege hinunter nach Bad Bertrich gut markiert. Von einer früheren Tour auf dem Geopfad Bad Bertrich weiß ich, dass man auch irgendwie zur „Oase der Ruhe“ und zur Falkenlay kommen muss. Also zunächst dem „Regenschirmchen“ folgen. Ich komme am Aussichtspunkt „Tal der Liebe“ vorbei und finde einen verschämten Hinweis nach Kennfus.

Es geht steil in den Hang hinein, der Pfad ist mehr zu erahnen als zu sehen, Erdrutsche infoge des Dauerregens Anfang Juni haben nicht zur Verbesserung beigetragen. Dennoch erreiche ich wie erwartet die „Oase der Ruhe“ mit der Eifelhütte. Von hier blickt man auf Bad Bertrich und sogar weit über das Moseltal, an dessen Hängen heute sogar die Weinlagen erkennbar sind.

An der Eifelhütte stoße ich auf die Geo-Route Bad Bertrich, die ich von früheren Touren kenne. Es geht an der Facher Höhe vorbei zur Sedimentwand ‚Lavakaul‘.

Der Schlackenkegel der Facher Höhe ist der südlichste der sechs Höhenvulkane bei Bad Bertrich. Er ist aus Schweißschlacken aufgebaut, das sind fest verbackenen Gesteinsbrocken. Die beim Ausbruch ausgeworfenen Gesteinsbocken waren auf Grund ihrer Größe beim Auftreffen noch so nah an der Schmelztemperatur, dass sie zu den Schweißschlacken verkleben konnten. Ein faszinierender und sogar farbenfroher Anblick!

Eine andere vulkanische Form stellt eine aus Tuffen bestehende Sedimentwand in der Tuffgrube auf Sens dar. Bis in die 1970ger Jahre wurden in dieser Grube Tuffe abgebaut, die senkrechten Wände nach der Stilllegung der Grube durch Verfüllen abgeschrägt. In den 1990ger Jahren entstand dann der heute sichtbare Aufschluss.

Weiter geht es zur Falkenlay. Die Falkenlay ist der vermutlich älteste Schlackenkegel des Vulkansystems um Bad Bertrich. Er hat auch heute noch eine Höhe von ca. 50 m und einen Durchmesser von rund 250 m. Von der Falkenlay habe ich Kennfus schon im Blick. Dort treffe ich auf die fleißigen Menschen, die die Wanderwege um Kennfus begehbar halten. Mit schwerem Gerät werden die Wege gemulchert, um hohes Gras und Gestrüpp zu entfernen. An dieser Stelle danke dafür.

Klidinger Wasserfall – Von Kennfus nach Bad Bertrich auf Outdooractive

Auf Outdooractive findet Ihr den Track im Original, mitt allen Irrungen, vor allem im Bereich Hohenzollernturm/Bismarckturm.

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Kategorie Pfade, Vulkaneifel, Wandern

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen.

2 Kommentare

  1. Herbert Peck

    Hallo Elke. Es wünsche es Dir auf jeden Fall, nur Spike müsste durch den Erdenbach. Über die Querung wird’s schwierig 😉

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