Auf dem Lavaweg vom Pulvermaar zur Strohner Schweiz – Eine Rundtour auf Lavaweg & Maarepfad

Der Lavaweg ist ein rund 20 Kilometer langer Rundwanderweg, auf den man gewöhnlich in Strohn startet. Mein Startpunkt ist das Feriendorf Pulvermaar, so dass ich zunächst durch die ›Rott‹ und über den Maare-Pfad in der Nähe des Trautzberger Maares auf den Lavaweg stoße. Ich werde nur einen Teil des Lavaweges gehen: Es soll am Wartgesberg-Vulkan — bzw. die Reste davon — vorbei ins Sprinker Maar und dann durch das Durchbruchstal der Alf (die ›Strohner Schweiz‹) nach Strohn und weiter durchs Naturschutzgebiet ›Strohner Märchen – Römerberg – Pulvermaar‹ gehen, um vom Pulvermaar über den Kraterrand wieder ins Feriendorf aufzusteigen.

Ich bin früh gestartet und so liegt die Vulkaneifel noch im Morgennebel, nur auf den Höhen strahlt die Morgensonne mit dem Gelb der blühenden Landschaft um die Wette. Der Römerberg liegt in der Morgensonne, die lange Schatten wirft. Ich freue mich auf eine abwechslungsreiche Tour, denn auf dem Lavaweg wechseln Wald-, Wiesen- und Feldabschnitte mit romantischen Bachtälern, auf den Höhen mit herrlichen Fernblicken über die Vulkaneifel.

Durch die ›Rott‹ zum Trautzberger Maar

Das Trautzberger Maar liegt verträumt in der Morgensonne und auch die Rinder, die am Maarhang weiden, betrachten mich eher teilnahmslos. Da habe ich schon ganz andere Erfahrungen gemacht! Auch in Trautzberg ist am frühen Morgen dieses Feiertages — wir haben heute Frohnleichnahm — nocht niemand zu sehen, das Dorf liegt verschlafen im Morgennebel.

Auf dem Lavaweg vorbei am Wartgesberg-Vulkan auf den Mühlenberg

Der mit rot oxidierter Lava aus dem Steinbruch am Wartgesberg bedeckte Weg führt mich an Trautzberg vorbei über die Höhen der Vulkaneifel und an blühenden Rapsfeldern entlang an den Mühlenberg oberhalb der ›Strohner Schweiz‹. Wer mag, kann hier den einen oder anderen Blick in den Steinbruch werfen, in dem es an die Substanz des ehemals 116 m hohen Vulkankegel des Wartgesberg geht. Ein trauriger Anblick, aber wie diesem Vulkan geht es hier in der Umgebung auch anderen Vulkankegeln an den Kragen.

Vom Mühlenberg ans Durchbruchstal der Alf

Oben am Mühlenberg geht es in einen alten und lichten Buchenbestand, hinter dem man das Sprinker Maar und die dahinter liegende Vulkaneifel mit dem nahen Moseltal eher ahnt als sieht. Aber der Weg ist herrlich weich, weil hoch mit Laub bedeckt, umgestürzte Bäume, die im steilen Hang keinen Halt mehr fanden liegen im Hang und verrotten langsam.

Der Weg teilt sich in den Lavaweg, der direkt ins Tal führt und den Mühlenbergweg, der auf den Mühlenberg mit seinen fantastischen Ausblicken in die Vulkaneifel führt. Der Mühlenbergweg verläuft kurz vor Strohn auf den Lavaweg zurück. Ich folge zunächst dem Weg bergan auf den Mühlenberg, gehe durch wechselnde Baumbestände, durch die die Morgensonne bricht. Überall blüht das ›Eifelgold‹ und auf einer Lichtung sehe ich ein ganzes Meer blühenden Ginsters. Da ich nach Sprink und weiter ins Alftal möchte, verlasse ich den Weg bei nächster Gelegenheit und gehe talabwärts auf den Wirtschaftsweg oberhalb der Alf, der mich nach Sprink und damit ins Sprinker Maar bringt.

Im Sprinker Trockenmaar

Das Sprinker Maar entstand durch eine gewaltige Explosion der Wartgesberg-Vulkangruppe am Ende der etwa drei Monate dauernden Eruptionsphase des Vulkans. Es ist heute eine flache Senke am südöstlichen Ende des Alfdurchbruchs. Weitgehend landwirtschaftlich genutzt bietet es einigen Feriengästen und wenigen Anwohnern des Weiler Sprink ein Zuhause. Ich gehen durch den schmucken Weiler und sehe erstaunt wirklich freilaufende Hühner (und Hähne), die sich auf Wiesen und im Wald tummeln und sofort neugierig angelaufen kommen, als ob sie Futter erwarten.

Die ›Strohner Schweiz‹

Hinter Strohn gelange ich über einen schmalen Pfad ins Tal des Alfbaches, die bekannte ›Strohner Schweiz‹. Als der Wartgesberg-Vulkan Lava spuckte, ergoss sich der Lavastrom ins Bett der Alf und staute diese auf. Es bildete sich ein Stausee, der das Alftal zwischen Strohn und Gillenfeld bedeckte und so das fruchtbare und breite Alftal zwischen den beiden Orten bildete.

Die Alf eroberte sich im Laufe der Jahrtausende ihr angestammtes Bett zurück und grub sich tief durch den Basaltstrom des Wartgesberg. Es entstand ein steiles, von Felsen geprägtes Tal.

63 Alfbachtal-2000

Auf nach Strohn

Der Pfad schlängelt sich nahe am felsigen Ufer der Alf entlang, Basaltbrocken liegen im Bachbett und verleihen dem Bach oder eher schon kleinem Fluss, der später in die Mosel mündet, ein wild-romantisches Flair. Eine kleine Holzbrücke quert das Tal und am anderen, der ›Sprinker Seite ‹ gegenüber liegenden Seite geht es am Hang entlang auf die Landwirtschafts-Straße nach Sprink und in der anderen Richtung an die Strohner Mühlen, in deren Nähe auch die berühmte ›Lavabombe‹ liegt.

Es herrscht einiger Trubel, so dass ich heute keine vernünftige Aufnahme machen kann, ohne diverse Selfie-Fotografen mit ihren Smartphones aufs Bild zu bekommen. Ich habe ein anderes eingestellt. Die fast 120 Tonnen schwere Strohner ›Lavabombe‹ ist eine geologische Besonderheit. Mit ihrem Durchmesser von fast 5 m stellt sie ein eindrucksvolles, einmaliges Zeugnis früherer vulkanischer Tätigkeit in der Eifel dar. Wer mehr erfahren will, hier bitte. Also erst einmal weg hier und durch Strohn an weiteren freilaufenden Hühnern und der Strohner Pfarrkirche St. Johannes der Täufer vorbei auf den Lavaweg zum ›Strohner Märchen‹.

Von Strohn zum ›Strohner Märchen‹

Am Ortsausgang von Strohn sehe ich auf den Grund des ehemaligen durch die Stauung der Alf gebildeten Stausees, der heute die breite Senke des Alfbachtales zwischen Strohn und Gillenfeld bildet. Ich bin nun schon einige Meter durch Strohn über Asphalt gegangen und stelle fest, dass es hoch zum ›Strohner Märchen‹ zunächst genauso weitergeht. Aber die üppige Blütenpracht und die wundervollen Ausblicke entschädigen mich reichlich, so dass ich den Asphalt bald vergesse, der später auch in einen befestigten Weg übergeht. Als der Römerberg in seiner ganzen Pracht vor mir liegt, weiß ich: Bald ist das seltene Hochmoor, das sich im Strohner Maar gebildet hat, erreicht. Bald steht das Moor mit seine seltenen Pflanzenwelt in voller Blüte und dann lohnt sich das wiederkommen.

Und das Schönste zum Schluss: Auf zum Pulvermaar

Wie so oft, wenn ich am Strohner Märchen bin, gehe ich in nordwestlicher Richtung unterhalb des Römerbergs im Macherbachtal um den Berg herum um später über ein kurzes Stück Landwirtschaftsstraße zum Pulvermaar aufzusteigen.

Oben treffe ich auf die L16, der Maare-Pfad keuzt hier die Straße und führt direkt hinunter ans Maar. Ich bleibe jedoch zunächst diesseits der L16, gehen ein Stück parallel zur Straße über einen Weg oberhalb des Machebachtales. Am Ende der Baumreihe gehe ich mit einem großen Schritt über die flache Böschung auf die Straße und kreuze sie etwas schräg nach hinten. Zwischen zwei mit gelben Punkten markierten Bäumen geht es auf einen schmalen Pfad auf dem Kraterrand des Pulvermaar.

Ich folge dem schmalen Pfad der sich später zu einem Weg aufweitet bis zu einem Parkplatz und dann direkt neben der Straße etwa 100 m abwärts und biege in einen Forstweg ab. Ich bleibe bis zum alten Gillenfelder Wasserwerk auf dem Weg und biege dann noch einmal hangaufwärts ab, um den schöneren und weniger frequentierten Weg ums Maar herum zu nehmen. Später treffe ich wieder auf den Rundweg. Ich habe noch einmal freie Blicke auf das Maar und komme an einer letzten geologischen Besonderheit vorbei: Rechts im Maarhang sehe ich das Ende eines monumentalen Lavastroms, der sich ehemals vom Römerberg-Vulkan den Weg gebahnt hat. Auf dem Rundweg gehe ich bis zum Hinweis ›Feriendorf‹, steige den Maarhang hoch und bin wieder im Feriendorf.

90

Fazit und die Tour auf Outdooractive

Tolle und abwechslungsreiche Tour, die Asphaltstrecke durch Strohn und bis kurz nach Strohn sind zu verschmerzen und durch den Erlebniswert auch auf diesem Abschnitt ausgeglichen.

Mehr erfahren ›

Kategorie Pfade, Vulkaneifel, Wandern, Wanderwege

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen. Er ist zertifizierter Wanderführer im Deutschen Wanderverband (Wanderführer DWV) und führt Interessierte gerne über nicht so bekannte Pfade & Wege

3 Kommentare

  1. Pingback: Der Apolloniaweg um Winkel in der Vulkaneifel – Wanderbare Vulkaneifel

  2. Pingback: Der Apolloniaweg in der Ferienregion Pulvermaar im Winterkleid

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.