Rundtour im Naturschutzgebiet Strohner Märchen – Römerberg – Pulvermaar

Strohner Märchen Pulvermaar

Heute stelle ich Euch eine wunderschöne Rundtour im Naturschutzgebiet Strohner Märchen – Römerberg – Pulvermaar mitten im Geopark Vulkaneifel — einem „Unesco Global Geopark“ — vor. In diesem Naturschutzgebiet gibt es gleich drei Vulkane, die auf einer NW-SO-Achse direkt nebeneinander liegen: Den Pulvermaar-Vulkan mit dem wohl vollkommensten Maarsee der Vulkaneifel, den Römerberg-Vulkan mit seinem Schlackekegel und der verlandete Strohner Maarsee — das Strohner Märchen — mit seinem seltenen Hochmoor.

13 Schautafel

Auf einer nur 7km langen Tour also gleich drei Highlights. Wo findet Ihr das wohl ein zweites Mal?

Die Rundtour Strohner Märchen – Römerberg – Pulvermaar

Das Tief Stefanie hatte ein Einsehen: Am Nachmittag hörte der Regen auf und so mache ich mich auf den Weg. Ich starte – wie so oft – am Feriendorf Pulvermaar, das direkt am Kraterrand des Pulvermaar liegt. Vis-à-vis dem Feriendorf geht es in den Rott mit seinen drei Aussiedlerhöfen, rechts neben dem Birkenhof steige ich über eine schmale Landwirtschafts-Straße den Röckertsheckberg hoch, den ich aber schon vor Erreichen der Höhe verlasse. Direkt vor einer Acker-Hecke biege nach rechts ab und gehe über einen Wiesenweg zwischen Hecke und Acker in Richtung Strohner Märchen / Römerberg.

Der Römerberg und der Pulvermaa-Vulkan liegen vor mir, zwischen beiden durchzieht der Erlenfloß das Macherbachtal. Dort werde ich später noch vorbeikommen. Das Gras steht schon recht hoch, so dass ich nach einiger Zeit auf einen Schotterweg jenseits der Hecke wechsele, auf dem ich an einer Ruhebank auch einen Hinweis zum Strohner Märchen finde.

Das Strohner Märchen

Bald erreiche ich das Strohner Märchen, eines der letzten Hochmoore der Eifel. Das Maar steht kurz vor der Verlandung (Typ „Finalmaar“), fast 10m dicke Torfablagerungen eines noch intakten Moores bedecken den Kesselgrund. Rund 250 Pflanzenarten finden hier ihren Lebensraum, ein derartiger Pflanzenstandort ist einzigartig für das gesamte Rheinland.

Strohner Märchen

Strohner Märchen im Juni / Juli

Am Maar angelangt, habe ich zwei Möglichkeiten. Ich kann links am Strohner Märchen vorbeigehen: Hier lädt eine kleine Schutzhütte zum Verweilen ein, bevor ich hinter der Schutzhütte dem Maarepfad in die Macherbach folgen kann. Oder ich gehe rechts am Maar vorbei und umgehe es direkt unterhalb des Römerbergs. Auch hier treffe ich auf örtliche Wanderwege ( 2 ) und den Maarepfad ins Macherbachtal.

Unten im Tal umrunde ich den Römerberg unterhalb des Kegels parallel zum Erlenfloß, einem kleinen Bächlein, dass die Machebach entwässert. So gelange ich letztendlich auf eine schmale Straße, der ich etwa 300 m nach links folge, bis ich die L 16 erreiche. Dort steht auch die Infotafel zu Römerberg, aus der ich einen Ausschnitt weiter oben eingebunden habe.

Ich steuere das Hinweisschild Feriendorf auf der anderen Straßenseite an und gehe nun auf dem Seitenstreifen der L16 etwa 100 m links bis ans Ende der neu errichteten Salzsperre, einem kleinen Damm, der verhindert, dass im Winter Streusalz von der Straße ins Maar gelangt. Am Ende der Befestigung tut sich nun rechter Hand ein schmaler Pfad auf. Dieser kann je nach Jahreszeit durch Äste schwer erkennbar sein, weshalb ich in den folgenden Bildern den Einstieg in den Pfad gekennzeichnet habe. Dieser Pfad führt mich unmittelbar auf den Kraterrand des Pulvermaar.

Das blaueste Auge der Vulkaneifel

Über diesen Pfad geht es nun einige hundert Meter direkt auf dem schmalen Grat des Kraterrandes hoch über dem Pulvermaar weiter. Das Pulvermaar gilt als das blaueste Auge der Vulkaneifel, bei nun durchbrechender Sonne sehe ich auch sofort, warum. Der Kraterrand fällt steil ab und ist von alten Buchen bestanden, die sich eindrucksvoll auf den Grat festkrallen. Unten liegt der Maarsee tiefblau vor mir. Etwas weiter liegt links vom Pfad liegt eine Lavagrube, an deren Wand die Ablagerungen der diversen Ausbrüche des Pulvermaar-Vulkans in Schichten sichtbar sind.

Jetzt am späten Nachmittag kommt die Sonne sogar gänzlich heraus und auch der Pfad öffnet sich zu einem Weg, den ich bis auf auf die Straße, die zum Maarsee hinunter führt, entlang wandere. Gillenfeld liegt unten im Tal und der Blick geht weit in die Vulkaneifel. Etwa einhundert Meter muss ich nun an der Straße entlang, bevor ich nach rechts in einen Forstweg abbiege. Immer wieder bieten sich mir herrliche Blicke durch das zarte Grün des Buchenwaldes auf das Pulvermaar. Auf der Höhe des alten Gillenfelder Wasserwerks biege ich rechts in einen etwas schmaleren Weg ab, der mich auf etwa die halbe Höhe des Kraterrandes führt.

Dem kaum frequentierten Weg folge ich nun, bis ich weit unten am Maarsee wieder auf den breiten Rundweg um das Pulvermaar treffe. Auf dem Rundweg ist schon etwas mehr los, immer wieder begegnen mir Spaziergänger und Jogger, gerade jetzt am späten Nachmittag treibt es viele Einheimische in die Natur. Aber Gedränge gibt es keines, der Rundweg ist hier breit und flach. Bald komme an einem interessanten geologischen Phänomen vorbei: Im Hang des Pulvermaarkraters ist ein vom Römerberg-Vulkan durchgebrochener Lavastrom sichtbar, im Volksmund Sesam öffne Dich genannt. Und in der Tat sieht es so aus, als ob die große runde Steinplatte eine Höhle verschließt und man darauf warten kann, dass sich das Tor öffnet.

Später geht es oberhalb des Naturfreibad Pulvermaar entlang, kurz hinter dem Freibad geht der Rundweg an einer Schranke in eine Straße über, auf der ich geradeaus ca 100 m weitergehe. Am Hinweis Gaststätte Feriendorf biege ich wieder auf einen Pfad ab, gehe den Kraterrand des Pulvermaar hinauf und biege oben am Wohnmobil-Stellplatz des Feriendorf auf eine der Zeltwiesen des Feriendorf ab und erreiche so den Startpunkt.


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Kategorie Geopark Vulkaneifel, Wandern

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen.

1 Kommentare

  1. Pingback: Auf dem Maare-Pfad durch die Vulkaneifel – Wanderbare Vulkaneifel

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