Auf dem Maare-Pfad durch die Vulkaneifel

Immerather Maar am Maare-Pfad

»Auf dem Maare-Pfad durch die Vulkaneifel« ist ein etwas irreführender Titel, geht es doch nur über Teilstücke des Maare-Pfades und auch große Strecken über den Mühlenweg. Im Prinzip folgt diese Tour dem Tourenverlauf der kurzen NAE Tour 67 3 Maare, 1 Märchen und das Tal des Diefenbachs, deren Wegepate ich bin. Ich sage »Im Prinzip«, da ich aufgrund meiner recht guten Ortskenntnisse einige Varianten eingebaut habe, so dass auch der „kurze“ Tourverlauf auf immerhin knapp 22 km und über 360 Höhenmeter kommt.

Auf dem Maare-Pfad ans Immerather Maar

Wie so oft starte ich am Feriendorf Pulvermaar (hier verbringe ich einen beträchtlichen Teil des Jahres). Vis-a-vis dem Feriendorf geht es hinunter in die Rott, dann hinauf auf den Röckersheckberg. Nach etwa 1 1/2 km treffe ich auf den Maare-Pfad, der auf diesem Teilstück ans Immerather Maar führt. Ich folge dem Maare-Pfad, kreuze die B 421 und muss mich auf die durch einen Straßen-Neubau leicht geänderte Streckenführung einstellen, die aber gut markiert ist. Allerdings ist eine Markierung leicht zu übersehen : Nach einem Ferienhaus gehe ich kurz links ab und muss nach 5 bis 6 Metern schon wieder nach rechts, um hinunter an den Ortsrand von Immerath zu gelangen. Beim ersten Mal ging ich geradeaus weiter, landete im Nirgendwo und musste mühsam durchs Unterholz den Maarhang hinauf steigen.

Der Steilpfad endet am Ortsrand von Immerath. Hier verlasse ich den Maare-Pfad, der in den Ort hineinführt und gehe hangseitig am Ortsrand von Immerath entlang. Später treffe ich wieder auf den Maare-Pfad, dem ich den Maarhang hinauf folge.Durch die Immerather Streuobst-Kultur geht es nun ans Immerather Maar.

Ich gehe am Barfußpfad des Parcours der Sinne Immerath vorbei und biege vor dem Hainbuchen-Labyrinth zum Maar hin rechts ab. Heute, am Samstag des langen Himmelfahrts-Wochenendes ist außergewöhnlich viel los. Karpfenangler haben ihre Lager am Ufer aufgeschlagen, ein Wohnmobil steht verboternerweise am Ufer und einige Besucher picknicken. Ich schenke mir die eigentlich geplante Pause an meinem Lieblingsmaar und gehe rasch weiter bis zur Brücke über den Maarbach.

Maare-Pfad am Immerather Maar

Vom Maare-Pfad auf die Vulkaneifelhöhen

An dieser Stelle möchte ich auf eine alternative Wegführung hinweisen, die nicht dem Maarbach folgt. Geht man vor der Brücke rechts den Mühlenweg hinauf, landet man später auch wieder auf der ’normalen‘ Wegführung. Der Weg ist etwas kürzer und man hat noch einmal tolle Ausblicke auf das Maar. Ich gehe jedoch unterhalb des Moorbergs am Maarbach entlang, der durch ein malerisches Tal mäandert.

Nach etwa 1 km sehe ich rechts eine Markierung mit gleich drei Wegmarken und übersehe dabei fast, dass genau gegenüber ein Pfad über eine kleine Brücke über den Maarbach führt. Ich biege ab und gehen den steilen Talhang hinauf, oben sehe ich eine Markierung des Mountain-Bike-Trail, an der ich mich orientiere. So gelange ich auf die Höhen der Vulkaneifel nahe Strotzbüsch.

Auf dem Mühlenweg ins Tal des Diefenbach

Hier finde ich auch den Mühlenweg wieder, der mich zunächst in südliche, später in westliche Richtung über die Höhe führt. Rapsfelder und Löwenzahn wetteifern mit dem unerbittlichen Strahlen der Sonne auf der schattenfreien Hochebene. Das wird ja einen netten Sonnenbrand geben!

Mühlenweg ins Diefenbachtal

In der Nähe höre ich schon die Motorradfahrer auf der B 421 daherrasen. Jetzt am langen Wochenende und bei diesem Wetter durchfahren sie zu Hunderten und natürlich immer in Kolonnen die Vulkaneifel. Das Tempo und der Fahrstil ist wohl vom in der Nähe liegenden Nürburgring inspiriert!
Ich muss die B 421 nun abermals, dieses Mal in westliche Richtung, kreuzen. In der Nähe des Mühlenweg sehe ich eine kleine Kapelle und so bleibe ich zunächst diesseits der Bundesstraße, gehe einen Feldweg parallel zur Straße und überquere die an der Kapelle, die dem heiligen Hubertus gewidmet ist.

Hinter dem Heiligenhäuschen kann ich über das Diefenbachtal hinaus auf den heute schon sehr „angefressenen“ Wartgesberg-Vulkan und das weit dahinter liegende Windrad bei Mückeln schauen, bevor es auf einem nun leider asphaltierten Wirtschaftsweg – wie sie in der Vulkaneifel zu oft zu finden sind – ins Diefenbachtal geht.

Die Auenlandschaft im Tal des Diefenbach

Ein nun ruhiger Streckenabschnitt ohne große Auf- und Abstiege bis fast zum Mückelner Weiher schließt sich nun an. Der meist unbefestigte Weg führt durch schattige bewaldete Abschnitte und die offene Auenlandschaft des Diefenbachtals. Bis zur Straße von Strotzbüsch nach Strohn geht es oberhalb des Diefenbach zunächst durch einen Misch- und Nadelwald. Der früher mögliche Weg direkt am Diefenbach ist nun durch eine Umzäunung nicht mehr frei begehbar. Schade! An der Straßenquerung muss ich Acht geben (Raser!), außerdem muss ich ca. 100 m in nord-östliche Richtung gehen, um den Mühlenweg wieder zu finden. Von der Straße geht es über den Hang wieder ins Tal.

Manchmal erhasche ich einen Blick auf das Dörfchen Trautzberg auf der anderen Höhenseite des Tals, dort werde ich später durchkommen. Seit geraumer Zeit schon halte ich Ausschau nach einer Bank für die erste Rast. !0 km habe ich inzwischen hinter mir und Essen und Trinken muss nun sein! Es ist mittlerweile nach 12 Uhr und die Sonne brennt recht heiß. Hinter einer Wegbiegung entdecke ich dann auch einen Rastplatz direkt am Diefenbach.

Im Diefenbachtal

Nach der Rast verlasse ich den Mühlenweg kurz, der hier auf direkter Strecke eine Wiese kreuzt. Wer Strecke sparen will, geht diesen Weg. Alle, die noch einmal einen herrlichen Ausblick auf die Auenlandschaft genießen möchten, machen es wie ich: Ich gehe Vis-a-vis vom Rastplatz am Waldrand hoch in den Hang und folge einem Bachlauf. Hoch im Hang kann das nun zum Bächlein mutierte Gefließe gequert werden und an der anderen Seite des Seitentales gehe ich zurück auf den Mühlenweg, auf dem ich alsbald auf den Hauptwegweiser nach Mückeln stoße. Ich folge der Weisung, gehe über eine kleine Brücke über den Diefenbach und halte mich danach rechts in Richtung Trautzberg. Der Weg ist nicht markiert, aber nicht zu übersehen.

Aus dem Diefenbachtal zum kleinsten Maarsee der Vulkaneifel

Ich befinde mich nun am mit 333 m tiefsten Punkt meiner Wanderung, bevor es nun über rund 2 Kilometer nach Trautzberg und damit zum kleinsten Maarsee der Vulkaneifel — dem Trautzberger Maar — auf über 400 m hinauf geht. Der Weg ist nicht steil, aber anstrengend. Es geht meist über eine asphaltierte Straße, die über den Granerich vom Sprinker Maar zum Hof Domheck führt. Das ist der Preis der kurzen Route NAE 67! Aber ich lasse einfach den Blick über die Vulkaneifel schweifen und so gestalte ich diesen Weg auch abwechslungsreich.

Allerdings halte ich mich hinter Trautzberg nicht an die NAE-Route sondern gehe zunächst süd-östlich am kleinsten Maarsee, der erst seit der Renaturierung in 2014 wieder Wasser führt, entlang. In den 1960ger Jahren war das Maar entwässert worden und wurde danach landwirtschaftlich genutzt, so wie viele andere Trockenmaare hier in der Vulkaneifel.

Trautzberger Maar

Vom wieder vernässten zum fast trockenen Maar

Bald geht es wieder hinauf und nach einigen Kilometern Feld- und Wiesenwegen treffe ich am Strohner Märchen wieder auf den Maare-Pfad, unweit von der Stelle, auf der ich ihn zu Beginn der Tour zum ersten Mal betrat. Es riecht nach frischem Heu, die erste Heumahd ist im Gange und Traktoren mit Heuwendern sind unterwegs. Gegenüber auf der anderen Seite des Macherbachtals oder der „Rott“ sehe ich schon die große Zeltwiese des Feriendorf Pulvermaar, meinem Start- und Zielpunkt. Aber es soll noch mehr als eine Stunde dauern, bis ich dort bin.

Strohner Märchen und Römerberg

Als erstes sehe ich den Römerberg. Einer der drei Vulkane des Vulkansystems Strohner Maar – Römerberg – Pulvermaar, die auf einer NW-SO-Achse direkt nebeneinander liegen: Den Pulvermaar-Vulkan mit dem wohl vollkommensten Maarsee der Vulkaneifel, den Römerberg-Vulkan mit seinem Schlackekegel und der verlandete Strohner Maarsee — das Strohner Märchen — mit seinem seltenen Hochmoor, auf das ich zunächst treffe und hier will ich noch einmal Rast machen.

Strohner Märchen

Ich bin oft hier und normalerweise ist es hier sehr still. Heute kommt mit mir zeitgleich aus der Gillenfelder Richtung eine Gruppe Jugendlicher an, die sich lautstark bemerkbar machen. Ich umrunde das Hochmoor — das in einigen Wochen seine Blütenpracht entfalten wird — direkt am Römerberg. Zum Glück liegt die Landschaftsliege am Strohner Märchen etwas versteckt, so dass ich mich da wenigstens für eine kurze Rast niederlassen kann, bevor es weiter um den Römerberg herum zum wohl schönsten Abschnitt der Tour kommt.

Das Schönste kommt zum Schluss — Das Pulvermaar

Vom in seiner Art seltensten Maarsee der Vulkaneifel geht es nun zum „Vollkommensten Maarsee“, wie das Pulvermaar oft wegen seiner fast kreusrunden Form genannt wird. In der Nähe des Strohner Märchens gehe ich nun in westlicher und nördlicher Richtung um den Römerberg herum. An den Hängen des Macherbach-Tals weiden junge Rinder und Bullen vom Erlenhof, die bei meinem Anblick zunächst die Flucht ergreifen. Dann überlegen sie es sich anders und kommen in geschlossener Formation auf mich zugerannt. Mir wird schon ein wenig mulmig. Ob der dünne Weidezaun wohl hält? Ich gehe etwas schneller und nach und nach verlieren die Tiere das Interesse an mir.

Unten treffe ich auf einen asphaltierten Weg, hier führt auch der Maare-Pfad entlang. Ich folge ihm bis zu einem kleinen Parplatz mit einer Informationstafel zum Römerberg. Der Maare-Pfad quert hier die L16, ich empfehle und gehe aber einen anderen Weg über den schönsten Pfad am Pulvermaar. Hier habe ich noch einmal einen unverstellten Blick auf den Römerberg. Zunächst bleibe ich diesseits der L16 und gehe einen Weg parallel zur Straße. Am Ende der Baumreihe ein beherzter Schritt nach rechts an den Straßenrand.

Pulvermaar

Ziemlich genau gegenüber ist ein Pfad erkennbar, in den ich gehe um dann nach einigen Metern hoch auf dem Kraterrand des Pulvermaar zu stehen. Den Einstieg in den Pfad habe ich mit gelben Punkten markiert. Der schmale Pfad führt über den Grat des Kraterrandes. Trittsicherheit ist erforderlich, ein Wanderstock hilfreich, feste Schuhe Pflicht. Einige hundert Meter geht es so weiter mit herrlichen Blicken aufs Pulvermaar, das heute immer wieder tiefblau durchs frische Grün blitzt. Ich treffe später auf den Maas-Rhein-Steig, folge ihm ein kurzes Stück und biege einige Meter talwärts bei der ersten Gelegenheit in einen Forstweg ab, um nach einem abermaligen kurzen Schlenker nach rechts auf der Höhe des Wasserwerks auf den eigentlichen Rundweg am Pulvermaar zu gelangen.

Auf dem Rundweg gibt es noch eine geologische Besonderheit zu sehen. Der Lavastrom des Römerberg-Vulkans ist hier bis zum Pulvermaar durchgebrochen. Ein Schnitt durch den Lavastrom sieht man immer noch im Kraterand des Pulvermaar.

90

Heute ist auf dem Wasser schon einiges los, deshalb zeige ich unten ein Foto, das ich zu einer ruhigeren Zeit aufgenommen habe. Ein Bild, das ich mit freundlicher Genehmigung des Feriendorf einfüge, zeigt die Schönheit des Pulvermmar und des gesamten Vulkansystems mit Römerberg und Strohner Märchen in einer Luftaufnahme.

Fazit zur Tour

Das Highlight dieser Rundtour sind sicher die Maare in Iher ganzen Unterschiedlichkeit. Aber auch der ruhige und gemächliche Abschnitt durch die Auenlandschaft des Diefenbach-Tals ist ein Erlebnis, das über die aspahltierten Abschnitte, die es in der Vulkaneifel immer wieder gibt, hinwegsehen lassen. Der Anteil liegt mit insgesamt 3, 3 km im akzeptablen Bereich. Die Unterscheidung zwischen Weg und Schotterweg ist manchmal schwer, aber reine Schotterpisten gibt es nur wenig.

Pulvermaar

Pulvermaar mit Römerberg und Strohner Märchen

Foto: Feriendorf Pulvermaar

Die Tour auf Google Maps und Outdooractive

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Kategorie Gillenfelder Maare, Maare, Wandern

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen. Er ist zertifizierter Wanderführer im Deutschen Wanderverband (Wanderführer DWV) und führt Interessierte gerne über nicht so bekannte Pfade & Wege

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  1. Pingback: Vom Pulvermaar zur Oberscheidweiler Mühle – Wanderbare Vulkaneifel

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