Vom Pulvermaar zur Oberscheidweiler Mühle

Als Wegepate der NAE-Tour 67 war ich schon vor einigen Wochen den ersten Teil der Tour vom Pulvermaar über das Immerather Maar durchs Tal des Tiefenbach und über Trautzberg zurück zum Pulvermaar gegangen. Heute sollte nun der zweite Teil zur Oberscheidweiler Mühle folgen, um zu schauen, was der Regen mit dem Weg angerichtet hat. Da ich beide Touren am Feriendorf Pulvermaar starte, sind es für mich immer zwei Rundtouren um 22 km Länge.

Vom Pulvermaar ins Tiefenbachtal

Start ist der Infopoint am Eingang des Feriendorf Pulvermaar . Das Wetter war trüb, wie so oft in den letzten Wochen, Regenschauer wechselten mit trockenen Phasen ab und es war kühl. Es geht über die Straße in ein Tal mit drei Aussiedlerhöfen. Wir folgen dem Weg und gehen rechts am Johannishof vorbei auf den Röckersheckberg, kreuzen später den Maare-Pfad und gehen talabwärts. An einem Unterstand/ Hochsitz gehen wir rechts stramm bergan. Oben treffen wir auf dem Mountainbike-Trail dem wir bis zum Tiefenbach folgen.

Durchs Tiefenbachtal zur Oberscheidweiler Mühle

Es geht über eine kleine Brücke, hinter der wir uns rechts halten. Wir befindenden uns nun auf dem Mühlenweg, dessen Markierung wir nun eine Weile folgen können. Der Weg folgt dem Tiefenbach etwas oberhalb des Tales. An der Kreisstraße, die wir kreuzen müssen, bin ich nicht dem Rat von NAE gefolgt, über die Leitplanke zu steigen, sondern wir folgen dem Mühlenpfad etwa 30 m an der Straße und erreichen so einen gesicherten Angang zur anderen Seite.

Die NAE-Tour folgt dem Tiefenbach auf der rechten Seite, ich gehe vor und gebe nach rund 400 m auf, da Gras, Ranken und Gestrüpp brusthoch stehen und wir folgen dem — meiner Meinung nach schöneren — Mühlenweg auf der linken Seite des Tiefenbach.

Der Weg ist abwechslungsreich, Wald und Auen wechseln in schnellem Rythmus und es gibt immer wieder schattige Abschnitte, die die rechte Seite nicht bietet. Eine ganze Weile geht es so den Mühlenweg entlang, an einer Furt lädt ein Rastplatz mit Tisch und Bänken zur Rast ein. An einem Hauptwegweiser mit einer Ruhebank treffen trifft auch die NAE-Route auf diesen Weg.

Wir folgen den Hinweisen zur Oberscheidweiler Mühle, die wir auch bald erreichen. Die Mühle ist bewirtschaftet, hat an diesem Montag allerdings Ruhetag. Über die Wanderfreundlichkeit der Inhaber gibt es geteilte Meinungen, probiert es aus.

Von der Oberscheidweiler Mühle in Sprinker Maar

 

Rechts an der Mühle vorbei führt der Mühlenweg — dem wir immer weiter folgen — bergan. Durch schweres Gerät sind die aufgeweichten Wege tief zerfurcht und eine einzige Matschfläche. Wir tasten uns am Wegrand und über Wiesenränder durch diesen Abschnitt, der auch nach dem Abtrocknen einen schaurigen Anblick bieten wird.

Durch ein Seitental des Tiefenbachs geht es eine ganze Weile bergan, wir folgen dem Mühlenweg noch ein Stück um eine scharfe Kehre, bleiben auf dem Weg und halten uns dann halblinks. Der Mühlenweg 11 geht gerade weiter. Es geht bergan auf eine Höhe und später über eine neue Schlammpiste ins Tal, wo wir die Schlammpiste über einen Wiesenweg verlassen, der das Tal durchquert.

An der anderen Seite geht es über einen bewachsenen Weg rechts am Tal entlang. Später wechselt der Weg zu ‚befestigt‘ und hier geht es rechts weiter. Ich war unsicher, da ein beschriebener Hochsitz fehlte, aber es stellte sich als richtig heraus.

Nach Aufstieg auf eine Höhe gelangt man auf eine asphaltierte Strecke, der man talabwärts folgt und gelangt so zum Alfbach. Querung nahe der Sprinker Mühle. Ein Abstecher zum Anschauen lohnt, obwohl kein Zuritt möglich. Wir kreuzen die Alf und gehen links der Alf entlang. Auf der anderen Seite der Alf steht ein Glockenturm als Gedenken an den Weiler Schutzalf, der sich hier befand.

Wir gehen um den ‚Granerich‘ herum in Richtung des Hof Domheck. Kurz bevor wir ihn erreichen gehen wir links an einem Feld entlang und tauchen in den Wald oberhalb des Sprinker Maar ein. Es geht steil hinab un wir erreichen das durch eine gewaltige vulkanische Explosion entstandene Maar, das sich uns heute als fast runde, von Wäldern eingerahmte Wiesenfläche darbietet.

Vom Sprinker Maar zum Strohner Märchen und zurück zum Pulvermaar

Einige Meter gehen wir am Maar-/Waldrand entlang. Gegenüber dem Weiler Sprink steht eine Ruhebank, auf der wir vor dem anstehenden Aufstieg noch einmal rasten. Eine Beschilderung dort weist nach Trautzberg und da müssen wir hin. Der Pfad führt durchs Unterholz und ist zunächst kaum zu erkennen, später wird es besser und der schmale Pfad führt uns in gerader Linie etwa 70 m den Maarhang hinauf. Heftig!

Sprinker-Maar-1

Am Waldrand angelangt gehen wir nun links in Richtung Trautzberg, kreuzen eine Straße und gelangen an das renaturierte Trauzberger Maar.

Trautzberger-Maar-1

Weiter geht es über den Lavapfad, den wir an der zweiten Möglichkeit nach links verlassen, wir biegen dann wieder rechts ab und gehen in Richtung Römerberg, treffen auf den Maare-Pfad, dem wir zum Strohner Märchen folgen.

Strohner-Maar-1

Auf dem Maare-Pfad umrunden wir das Strohner Märchen und gelangen so auf die L16. Hier verlassen wir den Maare-Pfad und bleiben zunächst diesseits der L16, gehen ein Stück parallel zur Straße über einen Weg oberhalb des Machebachtales. Am Ende der Baumreihe gehe ich mit einem großen Schritt über die flache Böschung auf die Straße und kreuze sie etwas schräg nach hinten. Zwischen zwei mit gelben Punkten markierten Bäumen geht es auf einen schmalen Pfad auf dem Kraterrand des Pulvermaar.

Wir folgen dem schmalen Pfad der sich später zu einem Weg aufweitet bis zu einem Parkplatz und dann direkt neben der Straße etwa 100 m abwärts und biegen in einen Forstweg ab. Wir bleiben bis zum alten Gillenfelder Wasserwerk auf dem Weg und biegen dann noch einmal hangaufwärts ab, um den schöneren und weniger frequentierten Weg ums Maar herum zu nehmen. Später treffen wirwieder auf den Rundweg. Noch einmal haben wir freie Blicke auf das Maar und kommen an einer letzten geologischen Besonderheit vorbei: Rechts im Maarhang sehen wir das Ende eines monumentalen Lavastroms, der sich ehemals vom Römerberg-Vulkan den Weg gebahnt hat. Auf dem Rundweg gehen wir bis zum Hinweis ›Feriendorf‹, steigen den Maarhang hoch und sind wieder im Feriendorf.

073 Maare-Pfad

Fazit der Tour vom Pulvermaar zur Oberscheidweiler Mühle

Dieser „Abschnitt“ der NAE-Tour 67 wächst durch Start und Ziel am Pulvermaar zu einer ausgewachsenen Rundtour aus. Zieht man meine gewollten und ungewollten Abstecher ab, kommt man auf gut 20 km. Die Strecke ist abwechslungsreich und bietet mit den Maaren in ihren verschiedenen Stadien von vollständig verlandet bis völlig intakt einen Überblick über den Lebenszyklus der Vulkaneifelmaare. Eine empfehlenswerte Tour.

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Kategorie Vulkaneifel, Wandern

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen. Er ist zertifizierter Wanderführer im Deutschen Wanderverband (Wanderführer DWV) und führt Interessierte gerne über nicht so bekannte Pfade & Wege

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