Vulkaneifel-Pfad durch die Täler von Alf und Sammetbach

Vulkaneifel-Pfad

Der Vulkaneifel-Pfad durch zwei benachbarte Bachtäler — das Tal der Alf und das Tal des Sammetbach — ist für Wanderer und Naturfreunde ein echter Geheimtipp. Ich wollte ihn schon lange einmal gehen und nun habe ich ihn in der Vorbereitung einer Tour mit einem Wanderesel, bei der die Route genauer geplant werden muss, auch kennen und lieben gelernt.

Lust auf Gegensätze? Lust auf oben und unten? Die Wanderung führt rund um Hasborn, Ober- und Niederscheidweiler. Im Bereich zwischen dem Lindenhof in Niederscheidweiler und Hasborn bekommt die Wanderung fast alpinen Charakter. Das Land um Ober- und Niederscheidweiler ist von Devonischem Grundgestein geprägt. Die Hochfläche wird meist landwirtschaftlich genutzt und die steil abfallenden Hänge zu den Bächen von Alf- und Sammetbach sind von wilden Wäldern überzogen. Eine echte Überraschungstour. Naturerlebnis pur erwartet den Wanderer.

Die Tour auf dem Vulkaneifel-Pfad

Gestartet bin ich in Oberscheidweiler an der Kirche. Oft wird Hasborn als Start-Zielpunkt gewählt, dieses doch eher öde Örtchen muss man nicht sehen, wie sich auf der Tour mit der Eselin Martina ein paar Tage später bestätigte. Dadurch verkürzt sich die Route um etwa 2 km, die ich lieber durch kurze Abstecher — z. B. zur alten Hasborner Mühle — auffüllte.

Auf dem Vulkaneifel-Pfad im Tal des Sammetbach

Durchs Örtchen ging es auf einen Wiesenweg, der sogleich ins Tal hinabführte. Nach kurzer Strecke erreichte ich schon den Naturkühlschrank Owaschepa, an den man auf der Basis „Vertrauen gegen Vertrauen“ ein kühles Getränk genießen kann. Leider etwas zu früh für die Rast, beim nächsten mal gehe ich in Gegenrichtung 🙂 .

Möglicherweise ist man nach Genuss eines Pils oder auch Radlers in der richtigen Stimmung das „Eifellied“ oder „Mein Owaschepa“ zu schmettern. Der Männergesangverein Oberscheidweiler hat wenige Meter nach dem Naturkühlschrank Owaschepa die Texte und Noten in einem „Lieder-Halbkreis“ bereit gestellt. Vom Singen erschöpft kan man dann (fast) daneben ›Rasten & Ruhen‹.

Ausgeruht mache ich mich dann daran, die Vulkaneifelhöhen zu erklimmen. Ich verlasse den Wald und trete ins offene Feld. Der Vulkaneifel-Pfad durch zwei Bachtäler führt nun am Waldrand entlang, tritt jedoch wieder in diesen ein und eröffnet kurze Zeit später ein fantastisches Vulkaneifel-Panorama.

Durch lichten Wald geht es nun durch ein Seitental stetig bergab ins Tal des Sammetbach, den ich an einer seit Jahrhunderten genutzten Furt erreiche. Diese Furt soll einige Tage später auch Eselin Martina nutzen, die den schmalen, aus Rundhölzern gebaute Wandersteg sicher nicht betreten wird. Direkt hinter der Furt finde ich den Hasborner Sauerbrunnen, eine gefasste eisenhaltige und kohlensaure Mineralquelle. Mich stimmt es traurig, dass die Informationstafel zum Sauerbrunnen durch ein massives Eisengitter gegen Vandalismus geschützt werden muss, die Informationen sind so kaum lesbar.

Ab hier geht es nun leicht hangaufwärts durch das wunderschöne Tal des Sammetbaches, bevor ich die Straßenbrücke über den Sammetbach und die viel und schnell befahrene L 52 erreiche, die ich kreuzen und an der ich einige Meter entlang gehen muss. Es führt zwar ein schmaler und steiler Pfad mit einer schön gelegenen Ruhebank oberhalb der Straße entlang, der tritt jedoch kurz vor dem Abzweig hinunter ins Tal wieder auf die L52 hinaus.

Kurz hinter der L52 geht es links ab zur alten Hasborner Mühle, die heute verlassen daliegt und einen traurigen Eindruck hinterlässt. Nach der Einstellung des Mühlenbetriebes diente sie einige Jahre als Ausflugslokal. Die Spuren sind heute noch erkennbar. Freunde berichten mir später, dass sie vor einigen Jahren dort noch gefeiert haben, heute ist es ein typischer „Lost Place“, vollkommen verrottet, aber wunderschön gelegen.

Entlang der Devonroute mit rötlichen Schieferfels-Wänden gehe ich nun wieder hinab ins Sammetbachtal, kreuze den Bach an einer weiteren Rundholz-Brücke (über die Eselin Martina nie gehen wird) und steige auf sonnendurchfluteten Pfaden hoch nach Niederscheidweiler, dem Ort zwischen den beiden Bachtälern dieses Vulkaneifel-Pfad es.

Auf dem Vulkaneifel-Pfad im Tal der Alf

Niderscheidweiler ist der Weiler — das Dorf — das das Sammetbachtal vom Alfbachtal „scheidet“. Wo könnte das deutlicher sein als am Dorfplatz mit dem Ortswappen und der Info-Tafel zur Dorfgeschichte. Dort steht dar „Hauptwegweiser“ mit der Information: »Links ins Alfbachtal rechts ins Sammetbachtal«. Auch eine kleine Begegnung auf diesem Vulkaneifel-Pfad versinnbildlicht diesen Umstand: »Sie kommen vom Sammetbach herauf? Und jetzt geht’s wieder hinunter in’s andere Tal?« fragt eine vorbeikommende Passantin. Ja, das will ich. Also wieder auf und weiter. Ich kreuze die Hauptstraße des Dorfes und mache mich auf (oder hinunter?) ins Tal der Alf.

Es geht zunächst durch ein üppig zugewachsenes Seitental der Alf. Mit einem „auf Rundwegen trifft man sich immer zweimal“ begegne ich hier einem Pärchen, auf das mir zu Beginn der Wanderung schon aufgefallen war, es geht in die Gegenrichtung. Ein kurzer Plausch über die Schönheit des Weges unterbricht die Tour, bevor es über steile Pfade in die Nähe der Hontheimer Mühle geht. Eine Waldliege lädt schon wieder zur Pause ein und zwar mit einem tollen Rundblick in die Alfbach-Auen mit der modernisierten Mühle, die wohl als Landhaus genutzt wird.

Gegensatz pur: Das Alfbachtal und das Sammetbachtal

Das Alfbachtal hat einen vom Sammetbachtal völlich verschiedenes Ambiente. Durchschneidet der Sammetbach tiefe und steile Täler mit fast alpinem Charakter, so besticht das Alfbachtal durch seine Auenlandschaft, die vom mäandernden Alfbach durchzogen wird.

Ein breiter Weg zieht sich mal nah an der Alf entlang, mal entfernt er sich weit vom Bachlauf und gibt den Blick in die Auen frei. An einer solchen stelle treffe ich auf den Rastplatz „Alte Eiche“. Hier wird mir noch einmal vor Augen geführt, wie gut gepflegt dieser Vulkaneifel-Pfad ist und warum liebevolle Details wie der Naturkühlschrank ihn zu einem besonderen Erlebnis machen. Unter dem Tisch hängt eine »Zwei-Bäche-Pfad-Tischbürste«, mit der man Tisch und Bank etwas reinigen kann. Die obligatorische Karte mit Standort fehlt natürlich auch nicht!

Ich nehme die Einladung zur Rast mit Aussicht gerne an und verweile dort ein wenig und stärke mich noch einmal. Geht es doch von hier über die Oberscheidweiler Mühle (über deren zurückhaltenden Service – freundlich umschrieben – gegenüber Wanderern ja schon öfter berichtet wurde) wieder hinauf nach Oberscheidweiler.

In Oberscheidweiler endet meine Tour wieder an der Kirche. Ich bin überwältigt von der Vielfalt der Eindrücke, dem Tip-Top gepflegten Vulkaneifel-Pfad mit seinen vielen liebevollen Details, den tiefen Tälern mit den romantischen Brücken und oft begleitet vom Gemurmel der Bäche. Eine absolut empfehlenswerte Tour!

Hintergrund-Information

Entlang des Eifelsteiges wurden zahlreiche so genannte Partnerwege konzipiert – die Vulkaneifel-Pfade. Als Tagestouren sind diese Wanderwege bedeutend kürzer als der Eifelsteig, sie erfüllen aber den gleichen hohen Qualitätsanspruch.

Track zum Vulkaneifel-Pfad „2-Bäche-Pfad“ von Eifel-Tourismus

mehr erfahren ›

Kategorie Vulkaneifel, Vulkaneifel-Pfad, Wandern

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen. Er ist zertifizierter Wanderführer im Deutschen Wanderverband (Wanderführer DWV) und führt Interessierte gerne über nicht so bekannte Pfade & Wege

2 Kommentare

  1. Fantastische Bilder mit tollen Eindrücken. Ein echter Gimmik, der Naturkühlschrank und eine einmalige Landschaft. Ich könnte so loslaufen, aber das kommt noch. Ist vorgemerkt.

  2. Herbert Peck

    Ja, der Naturkühlschrank ist schon ein tolle Idee. Wer kein Kleingeld hat, zahlt im Ort 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.