Die blauen Augen der Eifel

Als die »Augen der Eifel« werden gemeinhin die wassergefüllten Maare der Vulkaneifel bezeichnet. Der Name Maar leitet sich höchstwahrscheinlich vom gleichnamigen Eifler Mundartbegriff aus der Dauner Gegend ab.

Die Bildung von Maaren war lange umstritten, konnte jedoch aufgrund der Beobachtungen an aktiven Maarvulkanen rund um den Pazifik geklärt werden.

Die typischen Eifelmaare und zahlreiche andere Zeugnisse vulkanischer Aktivitäten wie Vulkanbauten, Lavaströme und Vulkankrater sind charakteristisch für die Vulkaneifel, von der Großteile im Naturpark Vulkaneifel liegen. Die Vulkaneifel ist heute immer noch vulkanisch aktiv. Ein Kennzeichen dieser vulkanischen Aktivität sind austretende vulkanische Gase, wie zum Beispiel im Laacher See.

Im Gebiet der Maare in der Umgebung des Pulvermaar gibt es viele ausgearbeitete Ruten für Wanderer mit den unterschiedlichsten Ansprüchen. Links dazu finden Sie am Ende des Beitrages.

Das Pulvermaar

Fast kreisrund, tief blaues Wasser und mit wunderschönem Buchenwald bestandene steile Hänge – ein Bild von einem Maar! Der ca. 2,5 km lange Rundweg um das Pulvermaar führt mitten durch einen alten Buchenwald und bei jedem Schritt hat man einen herrlichen Blick auf das Pulvermaar.

Einmalig ist die Natur am und im Pulvermaar: die atemberaubende Vielfalt von Wasservögeln und Libellen lässt die Herzen von Naturliebhabern hochschlagen. Mit 74 m ist das Pulvermaar einer der tiefsten Seen Deutschlands.

Um diese Vielfat zu erhalten, wurde das Pulvermaar (mit Römerberg und Strohner Märchen) in das europäische Schutzgebietsystems Natura 2000 eingeliedert. Trotzdem steht es Freizeitaktivitäten wie Baden (in der Badeanstalt am Ostufer), Angeln und Bootfahren offen. Also: Ein Besuch lohnt!

Das Holzmaar

Das Holzmaar zählt – wie das Pulvermaar – zu den Gillenfelder Maaren und liegt zwischen Gillenfeld und Eckfeld inmitten eines Naturschutzgebietes. Es ist fast völlig von Wald umgeben, ein Rundweg lädt zum spazieren ein. Ein weiterer Wanderweg, der Määrchen-Naturwaldpfad führt zum kleinsten Maar der Welt, dem „Hetschenmäärchen“, weiter zum „Dürre Maar“ einem moorigen Trockenmaar und dann zum Holzmaar-Rundweg.

Es ist das am besten untersuchteste Maar der Eifel. Der Maarsee und seine Sedimente werden intensiv von internationalen Wissenschaftlern erforscht. Am Süd- bzw. Südwestufer ist das Maar durch Sedimente verlandet, deren Bohrkerne einen umfangreichen Aufschluss über das Klima bis in die letzte Kaltzeit geben. Die Sedimente des Holzmaars gehen bis 23.220 Kalenderjahre BP zurück.

Im Holzmaar haben verschiedene Fischarten ihr Zuhause und so dürfen Anglerfreunde mit einem Angelschein vom Ufer aus fischen.

Das Immerather Maar

Während das Pulvermar durch seine tiefblaue Farbe besticht, spielt das Immerather Maar nahe Gillenfeld mit seinen Farben. Je nach Witterung changieren die Farben der Maaroberfläche von grün über Brauntöne zum satten oliv bis hin zu goldfarben.

Auch in anderer Hinsicht könnten Pulvermar und Immerather Maar kaum gegensätzlicher sein: Ist das erstere mit über 70 m Wassertiefe das tiefste Eifelmaar, so ist das Immerather Maar mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von 1,50 m das flachste aller Eifelmaare. »Der Uferweg erstreckt sich über eine Länge von 800 m und lässt sich vollständig umwandern.« (Quelle)

Um das Jahr 1750 wurde das Maar durch einen Maarbach abgelassen und trockengelegt und diente im Weiteren als Weide. Die Maarfläche war sogar parzelliert. Zwischen 1914 und 1918 verwilderte der Bach, es kam zu einem erneuten Aufstau und zur Ausbildung eines flachen Maares. Die Höhe des Wasserspiegels hat sich seitdem kaum wesentlich verändert. (ebenda)

Die Dauner Maare

Über die Dauner Maare ist schon viel geschrieben worden. Sie sind wohl die berühmtesten der Eifelmaare. Wie Perlen aufgereiht liegen Schalkenmehrener, Gemündener und Weinfelder Maar (auch Totenmaar genannt) nebeneinander auf einer von Südost nach Nordwest laufenden Förderspalte.

Trotz großer räumlicher Nähe repräsentieren die drei Maare die unterschiedlichen Erscheinungsbilder der Eifelmaare insgesamt:

»Während das Gemündener Maar und das Weinfelder Maar sich als nährstoffarme tiefe Seen und das westliche Schalkenmehrener Maar sich als eher flacher Maarsee zeigen, gehört der verlandete, östliche Teil des Schalkenmehrener Maares als Trockenmaar zu den unterschiedlichen, moorartigen Verlandungsstadien der einst wassergefüllten Maartrichter.« (Quelle)


Das Gemündener Maar vom Dronketurm aus gesehen. Im Hintergrund das Wandergebiet „Ernstberg“

Das Weinfelder Maar, auch Totenmaar genannt. Die Bezeichnung „Totenmaar“ stammt vom in unmittelbarer Nähe des Maars gelegenen Friedhof mit einer kleinen, teilweise aus dem 14. Jahrhundert stammenden Kapelle. Dabei handelt es sich um die ehemalige Pfarrkirche von Weinfeld. Das Dorf wurde im 16. Jahrhundert (1512 letzte urkundliche Erwähnung) infolge der Pest aufgegeben. (Quelle)


Das Schalkenmehrener Maar ist das größte der drei Dauner Maare.

Das Ulmener Maar

Um in den Superlativen „größte“, „tiefste“ und „blaueste“ zu bleiben: Das Umlmener Maar ist das jüngste der Eifelmaare und wird oft mit dem Titel »Junger Heißsporn« belegt. Tatsache ist, dass der Ausbruch des Ulmener Maarvulkans erst 10.000 Jahre zurückliegt.

Die Ränder des bis zu 20m mächtigen Tuffwalls sind von einem wunderschönen Wald bewachsen, durch den ein Rundweg führt. Über dem Maar thront die Burgruine der einstmals mächtigen Festung der Ulmener Burgherren.

Das Trautzberger Maar

Noch ist das Wasser im Trautzberger Maar erst 30 Zentimeter tief, aber schon im Frühjahr könnte eine maximale Tiefe von zwei Metern und ein Durchmesser von 120 Metern erreicht sein. Das Vorhaben wird aus Gründen des Naturschutzes umgesetzt.

Es gibt traditionell 8 wasserführende Maare der Eifel: Zu den oben beschriebenen 7 Maren in naher Umgebung des Pulvermaar gesellt sich noch das Meerfelder Maar im Südwesten. Ferner gelten die Senken des Sangweihers sowie des Jungfernweihers ebenfalls als Maarkessel, auch wenn die dortigen Weiher keine echten Maarseen sind. Diese 8+2 bilden die letzten der mindestens 75 ursprünglich vorhandenen Maarseen der Vulkaneifel (Die anderen 65 sind ohne offenes Wasser oder bereits komplett verlandet.)

Seit einem Jahrzehnt kann man das Eichholzmaar bei Duppach „hoch oben im Norden“ dazu zählen, weil unter Einsatz technischer Hilfsmittel wiedervernässt. Und seit diesem Jahr eben in der Mitte des letzten Jahrhunderts trocken gelegte „Trautzberger Maar“ (vom Pulvermaar aus gesehen hinter Strohn gelegen). Hier kann man über die Monate hinweg die Wiedervernässung dieses uralten Maarkraters beobachten.

Links zu Wanderrouten

Einfach – Rund ums Schalkenmehrener Maar 3,24 km – Rundkurs
Mittel – Vulkanweg Gillenfeld – Ulmen 22,52 km – Einweg-Strecke
Einfach – Strohn- Holzmaar 13,3 km Rudwanderung
Mittel – Pulvermaar – Immenrather Maar 12,5 km Rundwanderung
Mittel – Rund um die Dauner Maare 9,22 km Rundweg

Kategorie Maare

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen. Er ist zertifizierter Wanderführer im Deutschen Wanderverband (Wanderführer DWV) und führt Interessierte gerne über nicht so bekannte Pfade & Wege

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