Mühlentäler rund um das Pulvermaar

Strotzbüscher Mühle

In den Mühlentälern rund um das Pulvermaar sind einige schöne Mühlen — unter ihnen die Strotzbüscher Mühle, die alte Immerather Mühle und die Demerather Mühle — zu erwandern. Einige von diesen Mühlen erreichen Wanderer über die Themenwege der Ferienregion Pulvermaar, so auch über den den Mühlenweg über den ich hier schon mehrmals berichtet habe, deshalb verzichte ich auf eine Beschreibung der Wanderung selbst und beschränke mich auf Hintergrundinformationen, beispielsweise zur Strotzbüscher Mühle und zum Örtchen Mückeln, dessen Besuch allemal lohnt.

Die Wanderung über den Mühlenweg

Ich hatte die Länge der geplanten Wanderung deutlich unterschätzt. Es wurden dann doch knapp 30 km bei rund 500 Höhenmeter. Mit Foto-Pausen und Rast war ich etwa 10 Stunden unterwegs, angesichts der Temperaturen am 01. Juni von knapp 30° schon grenzwertig für mich. Zum Glück verläuft die Tour durch lange Waldpassagen, die auch die Mittagsstunden erträglich machen. Ein Problem stellte nur die Versorgung mit Trinkbarem dar: Abgesehen von der Strotzbüscher Mühle gibt es keine Einkehrmöglichkeit.

Angesichts der Tourlänge teile ich den Bericht in zwei Teile auf. Hier kommt der erste Teil vom Immerather Maar bis nach Mückeln. Das ist die Strecke auf dem Mühlenweg. Ab Mückeln geht es über den Lavaweg weiter, also passt die Teilung auch von der Logik.

Vom Immerather Maar zur Strotzbüscher Mühle

Am idyllischen Immerather Maar starte ich und gehe entlang einer im Angesicht der erwarteten Tourlänge eine verkürzte Variante des Mühlenweg, die den Vorteil hat, dass ich durch Strotzbüsch mit einer „Trutzkirche“ komme, die hinter hohen Mauern auf einer Anhöhe liegt und früher als Fluchtpunkt diente. Die Kirche ist innen schlicht, es steht aber ein hübsches Taufbecken im Vorraum.

Von der Strotzbüscher Hütte bietet sich mir ein herrlicher Blick tief ins Siebenbachtal. Fotografen wissen, wie schwer es ist, diesen überwältigenden Blick in Pixel zu packen. Vom Plateau vor der Hütte geht es hinab zur Strotzbüscher Mühle, die eng an eine Schieferwand geschmiegt unten im Tal liegt. In einem Wiesental hinter der Mühle entspringt im Üßbach eine Warme Thermalquelle, die heute gefasst ist.



Historie der Strotzbüscher Mühle
Die erste Mühle lag rd. 200 m oberhalb der jetzigen Mühle und wurde um 1700 erbaut. Das jetzige Mühlengebäude – Haupthaus mit Fachwerk-Obergeschoß – und Stall und Scheune wurde um 1830 erbaut. Die Mühle hatte 1856 2 Mühlräder, die rechts vom Wohnhaus am Giebel angebracht waren und zwei Mahlwerke und 1 Ölmühle antrieben. Die Räder – später eine Wasserturbine – wurde überbaut. Das Wasser lieferte der Üßbach. 1955 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt.

An der Strotzbüscher Mühle führte ich ein nettes Gespräch mit Hans-Cristian Boer. »Ich habe die Mühle vor rund 5 Jahren übernommen«, erzählte der Niederländer, der die Mühle heute bewirtschaftet. Obwohl die Herberge eine zeitlang nicht genutzt wurde, ist ihr nun wieder neues Leben eingehaucht worden. Sie bietet Unterkünfte für Gruppen, Familien und Einzelpersonen. An dem Ufer der Uessbach befindet sich jetzt der Naturcampingplatz. Wer einmal ein Wanderwochenende mit einer Gruppe plant, ist hier — mitten im überwältigend schönen Naturschutzgebiet Siebenbachtal — am richtigen Ort.

Die Fotos hat mir Hans-Christian Boer zur Verfügung gestellt.

Mineralquelle an der Strotzbüscher Mühle
Etwa 150 Meter nördlich der Strotzbüscher Mühle liegt im Ueßbachtal eine Mineralquelle, deren Wasser mit einer Temperatur von 19,2 Grad Celsius zu den warmen Quellwässern der Mineralwasserprovinz Westeifel-Moseltal gehört. Die Entstehung der Eifeler Mineralquellen lässt sich auf die vulkanischen Tätigkeiten der Quartär-Zeit zurückführen.


Von der Strotzbüscher Mühle zum Klosterweihe und nach Mückeln

Hinter der Strotzbüscher Mühle verläuft der Weg stetig ansteigend entlang des Üßbachtales hoch auf den Adelsberg. Auf einer Lichtung dort oben hätte ich gerne eine Rast eingelegt, aber es war 12 Uhr mittgs und einfach zu heiß hier oben. Also warte ich bis zum Römergrab, dem „Strotzbüscher Tumm“. Dieses ist überdacht und bietet Schatten. Unterwegs sehe ich noch, dass irgendwelche Idioten hier oben im pulvertrockenen Wald kürzlich ein Feuer angebrannt haben. Die Dummen sterben wahrlich nicht aus!

Das Strotzbüscher Tumm und der Klosterweiher Mückeln

Der Strotzbüscher Tumm
Der Grabhügel (Tumulus) erreicht heute noch eine Höhe von 4 m und einen Durchmesser von mehr als 16 m. Von der westlichen Hügelperipherie führt in den am Hügelrand relativ steil ansteigenden Tumulus ein 5,7 m langer Gang, der im Hügelzentrum in einer kleinen, gewölbten Kammer mündet. Die 2,40 x 1,90 m große Kammer besteht aus paßgerecht zugehauenen, unvermörtelten Sandsteinblöcken. Die lichte Höhe des Raumes, dessen Wölbung heute teilweise zerstört ist, betrug ursprünglich 1,95 m. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Kammer entdeckt. Umfangreiche Untersuchen, die erstmals 1821 durchgeführt wurden, ergaben, dass es sich hierbei um die Familiengrabstätte eines gallo-römischen Großgrundbesitzers aus dem dritten Jahrhundert v. Chr. handelt. Da die Forscher schon bei der ersten Untersuchung keine Bestattungsreste mehr fanden, geht man davon aus, dass Grabräuber das Grab bereits in der Antike geplündert haben.

Normalerweise führt der Mühlenweg nun an zwei weiteren Mühlen am Alfbach entlang, der Oberscheidweiler Mühle, entlang. Hier hat man auch die Möglichkeit zur Einkehr. Da ich aber aus Erfahrung weiß, dass man mehr Wert auf Gäste mit schweren Limousine oder SUV legt als auf Wanderer, schenke ich mir das und gehe durch das Alfbachtal und später am Tiefenbach entlang gleich weiter nach Schutzalf und zur Seerosenblüte am Mückelner Klosterweiher. Auch der Abstecher zur etwas abseits vom Weg liegenden Sprinker Mühle lohnt nicht. Sie ist modernisiert, im Privatbesitz und von hohen Mauern umgeben.

In Mückeln

Mückeln gehört nicht zu den Ortschaften in der Ferienregion Pulvermaar, die oft erwähnt werden. Es hat keine Sehenswürdigkeiten wie die Strotzbüscher Mühle oder einen Maarsee wie Gillenfeld. Schade, denn der Ort hat einiges zu bieten. Warum Ihr Mückeln unbedingt mal auf Eure ToDo-Liste setzen solltet, lest Ihr im zweiten Teil des Berichtes.

Hier geht es zum zweiten Teil des Berichtes

Der erste Teil der Tour mit den Sehenswürdigeiten

Kategorie Featured, Ferienregion Pulvermaar, Wandern, Ziele

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen.