Das Trautzberger Maar – Kleinster Vulkansee der Eifel

Trautzberger Maar

Seit nun etwa zwei Jahren ist die Vulkaneifel um ein weiteres Auge reicher: Am Trautzberger Maar wurden seit August/September 2014 Arbeiten zur Wiedervernässung durchgeführt. Seitdem hat sich das bisherige Trockenmaar wieder mit Wasser gefüllt und ist heute das kleinste mit Wasser gefüllte Maar der Vulkaneifel. In diesem Bericht der NABU-Ortsgruppe Daun könnt Ihr die Historie zur Wiedervernässung des vor Jahrzehnten trockengelegten Trautzberger Maares nachlesen.

Über den Röckersheckberg zum Tiefenbachtal

Es ist Pfingstsonntag und gleichzeitig der letzte Tag der Eisheiligen. Der Wetterbericht hat wechselhaftes und regnerisches Wetter prognostiziert. Nach Sonnenaufgang sieht es jedoch ganz gut aus, nur die ‚Kalte Sophie‘ macht ihrem Namen alle Ehre: Das Thermometer zeigt hier in der Vulkaneifel nur zwei Plusgrade an und dennoch beschließe ich, schon um 7 Uhr loszugehen.

Mein Ziel ist das Trautzberger Maar, der kleinste Vulkansee der Eifel. Ich gehe — wie schon oft — am Feriendorf Pulvermaar los in südliche Richtung durch die ‚Rott‘ auf den Röckersheckberg. Im Südwesten liegt der Vulkankegel Römerberg in der Morgensonne, die noch lange Schatten wirft.

Roemerberg

Auf dem Röckersheckberg pfeift ein frischer Nordwest, aber es herrscht eine tiefe Stille, eine Feldlerche steigt auf und trällert. Die Rapsfelder stehen in sattem Gelb, ein schöner Kontrast zum zarten Blau des Himmels, dem Grün der Wiesen und der rötlichen Vulkanasche auf den Wegen. Ich komme auf dem Weg ins Tiefenbachtal an einer Wiese vorbei, die eine wilde Nacht hinter sich haben muss. Flutwelle, Hagelschauer oder Starkregen mit Wind? Ich weiß es nicht, aber die Struktur ist interessant und sehr ungewöhnlich.

Über hoch mit Gras bestandene Wege geht es ins Tal des Tiefenbach . Hinter einem Hohlweg plötzlich große Aufregung. Eine dort friedlich äsende Gruppe Rotwild schreckt angesichts des frühen Besuches auf und prescht davon. Ich sehe ein großes Freigehege, in der eine große Anzahl Rehartiger lebt. Ein schönes Plätzchen hier am Tiefenbach, der das Areal durchfließt. Vor die Linse bekomme ich die Tiere aber nicht mehr.

Vom Tiefenbachtal zum Trautzberger Maar

Der Weg führt mich nun entlang des Tiefenbach über einen hoch mit Gras bestandenen Weg. Ich folge ihm aber nicht ganz bis zur Talsohle, ich möchte ja ans Trautzber Maar! Also, schwupps einen kurzen Steilhang hoch und etwas höher parallel zum Tiefenbach wieder ein Stück zurück.

Das Tal lasse ich hinter mir und gehe weiter auf die Höhe hinauf, von der ich dann noch einmal auf das Tal und die Vulkaneifel blicke. Und so gelange ich dann auch ans Trautzberger Maar , welches klein aber fein inmitten blumenbestandener Wiesen vor mir liegt.

Trautzberger Maar

Vom Trautzberger Maar ans Strohner Märchen

Obwohl die Tour ja nicht allzu lang ist und eine ausgiebige Rast eigentlich nicht nötig ist, bleibe ich trotz des kühlen Morgens oberhalb des Trautzberger Maares erst einmal eine Weile sitzen, genieße die Stille, den Blick über den kleinen Maarsee, das Tiefenbachtal bis weit in die Vulkaneifel. Etwas weiter in Blickrichtung liegt das Immerather Maar und wenige Kilometer nordwestlich das Pulvermaar und das fast verlandete Strohner Märchen. Dieses seltene Hochmoor ist mein nächstes Ziel.

Ich werfe noch einen Blick auf die Reste des Wartgesberg-Vulkans , der schon arg angefressen ist. Dort wird Lava und Basalt abgebaut. Die Ablagerungsschichten der einzelnen Ausbrüche des Vulkans sind gut erkennbar und damit für geologisch interessierte sicher ein Highlight. Sinnigerweise befinde ich mich nun auch auf dem ‚Lavaweg‘ in Richtung Strohner Märchen . Aber nicht sehr lange, nach rund 700 m biege ich in einen Seitenweg ab, dem ich nun zunächst folge um dann in Richtung Römerberg – der nun schon wieder sichtbar ist – abzubiegen. Ich treffe dann auf den Maare-Pfad, der mich für ein Selfie ans Strohner Märchen führt.

Strohner Märchen

Das schönste zum Schluss: Das Pulvermaar

Am Strohner Märchen sind die Schlehen schon verblüht, dafür macht sich nun das ‚Eifelgold‘ breit: Überall blüht der Ginster auf und konkurriert mit dem Goldgelb der Rapsfelder und dem Gelb von Ranunkulus acris — also den ‚Butterblümchen‘ — auf den Wiesen. Am Strohner Märchen halte ich mich nicht lange auf, ich bin oft hier und in wenigen Wochen wird die selten Fauna hier in Blüte stehen! Zur Zeit ist es das ‚Eifelgold‘, das meinen Weg durch die vom Erlenfloß durchzogene Machebach zum Pulvermaar säumt.

Ich umrunde den Römerberg unterhalb und gelange so auf eine Asphaltstraße, der muss ich nun 200 mfolgen und gelange an die L16. Ab hier gehe ich abseits der Rundwege eine der schönsten Strecken am Pulvermaar. Vor der Straße gehe ich in einen Feldweg um hinter der Baumreihe mit einem beherzten Schritt auf die Straße zu steigen. Schräg gegenüber geht es in einen Pfad ( auf gelbe Punkte achten!), der hoch auf dem Kraterlang am Pulvermaar vorbei führt. Herrlich ist es hier oben, alte Buchen krallen sich auf dem schmalen Grat fest, tief unter mir blitzt der Maarsee durch das Frühlingsgrün.

Es hat inzwischen zu nieseln begonnen, aber unter dem Blätterdach stört das nicht. Nur das sonst blau schimmernde Maar ist heute eher silbrig grau. Später gelange ich auf wieder auf den üblichen Rundweg, von dem ich unterhalb des Feriendorf über den Maarrand zum Startunkt aufsteige.

Pulvermaar

Fazit zur Tour

Mein Fazit ist kurz und knackig: Spitze!

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Kategorie Maare

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen.

2 Kommentare

  1. Pingback: Wanderung vom Pulvermaar zum Trautzberger Maar – Wanderbare Vulkaneifel

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