Drei Maare, ein Määrchen und das Tal des Tiefenbachs

Drei Maare, ein Määrchen und das Tal des Tiefenbachs

Warum in die Ferne schweifen …? Diese Tour von etwas mehr als 15 km ist eine der abwechslungsreichsten, die ich in der Umgebung der ‚blauen Augen der Eifel‘ bisher gegangen bin. Zwar kannte ich einzelne Ziele — Drei Maare, ein Määrchen und das Tal des Tiefenbachs — bereits durch andere Wanderungen, jedoch ist dies eine Streckenführung um die drei Maare — Immerather Maar, Trautzberger Maar, Pulvermaar — und das Hochmoor Strohner Määrchen anzusteuern, die immer wieder neue Perspektiven und Blickwinkel bietet. Die Tour führt mich zum tiefsten, zum flachsten und zum kleinsten aller Wasser führenden Eifelmaare.

Der Weg führt über die Höhen der Vulkaneifel mit herrlichen Fernsichten bis in den Hunsrück auf der anderen Moselseite, ruhige Waldwege durch tiefe Bachtäler und hinauf auf die Höhen, idyllische Wiesen am Immerather Maar und vieles mehr. Die Streckenführung folgt über lange Strecken dem Mühlenweg und den Vulkaneifel-Pfaden.

Die Tour

Gestartet bin ich am Feriendorf Pulvermaar. Vis-à-vis des Feriendorf gehe ich in den Rott mit seinen drei Aussiedlerhöfen. Rechts am Birkenhof vorbei steige ich hinauf auf die Höhe des Röckersheckberg mit seinen tollen Fernblicken – bei guter Sicht bis in den Hunsrück. Ich bleibe auf der Höhe und biege nach etwa 500 m nach links ab. Auf einem Wirtschaftsweg — es ist für längere Zeit der letzte — gelange ich an die B 421. Um die Straße zu meiden, gehe ich einige Meter am Feldrain entlang um die Straße an einer flachen Stelle der Böschung zu kreuzen. So gelange ich direkt auf einen Wiesenweg hinab zu meinem ersten Etappenziel, dem Immerather Maar.

Das Immerather Maar

Das Immerather Maar ist einer meiner Lieblingsplätze hier in der Vulkaneifel. Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig bekannt dieses Maar ist, das gemeinsam mit dem Immerather Risch ein Doppelmaar bildet. Beide vulkanischen Ursprungs, das Eine ein mit Wasser gefülltes Maar, das Andere ein trockengelegter Krater, an dessen Hängen sich das Dorf Immerath ausdehnt.

Das Maar ist durch vulkanische Tätigkeiten vor ca. 40.000 bis 70.000 Jahren entstanden. Um das Jahr 1750 wurde das Maar durch einen Maarbach abgelassen und trockengelegt. Anfang des letzten Jahrhunderts kam es wegen mangelnder Pflege des Ablaufs zu einem erneuten Aufstau und zur Ausbildung eines flachen Maares. Das Immerather Maar ist mit einer durchschnittlichen Wassertiefe von 1,50 m das flachste aller Eifelmaare.

Während das Pulvermar durch seine tiefblaue Farbe besticht, spielt das Im­me­ra­ther Maar mit seinen Farben. Je nach Witterung changieren die Farben der Maaroberfläche von grün über Brauntöne zum satten oliv bis hin zu goldfarben. Vom Maarrand lassen sich diese Farbwechsel wunderbar beobachten. Aber jetzt bin ich direkt am Maar und bewundere die sich im Wasser spiegelnden Herbstfarben.

Durchs Tal des Maarbachs auf den Maarberg

Der zwischen 1914 und 1918 verwilderte Ablauf, der Maarbach, degenerierte zu einem Bächlein, das in einem Tal im Maarwald unterhalb des Maarbergs mäandert.

Über eine Brücke quere ich den Maarbach und folge nun dem Mühlenweg entlang des Maarbach, vorbei am Maarbergswieschen bis fast zur Immerather Mühle. Knapp vor der Mühle knickt der Mühlenweg ab und führt mich auf den Maarberg.

Von hier oben kann man weit in die herbstlich gefärbte Vulkaneifel schauen, ein wenig Sonne würde jetzt nicht schaden, um die Farben so richtig zum Leuchten zu bringen. Aber es ist mittlerweile stark bewölkt und auch die Immerather Mühle ist von hier nur in blassen Farben zu sehen.

Der Mühlenweg führt nun abwechselnd durch den Herbstwald und über Wiesenwege hinab an den Ortsrand von Strotzbüsch. Immer wieder bieten sich mir tolle Ausblicke auf die durch den Vulkanismus geformte sanft hügelige Landschaft der Vulkaneifel, bevor ich dann wieder unvermittelt in dichten Wald eintauche.

Das Trautzberger Maar

Kurz bevor ich Strotzbüsch erreiche, verlasse ich an einer Spitzkehre den Mühlenweg, der zur Strotzbüscher Mühle im Siebenbachtal führt. Ich will jedoch ans Trautzberger Maar, dem wohl kleinsten wasserführenden Maar der Vulkaneifel. In östliche Richtung gehend gelange nach kurzer Zeit wieder auf den Mühlenweg, jetzt jedoch in der Gegenrichtung, die eigentlich von Mückeln zum Immerather Maar verläuft. Mann sollte hier dem Wegweiser ‚Zuweg Mühlenweg‘ folgen. Dem Mühlenweg folge ich dann entlang des Tiefenbachtals bis ich die Landstraße von Strotzbüsch nach Strohn erreiche.

Der Mühlenweg kreuzt hier die Straße, ich wende mich aber nach rechts und bleibe am Tiefenbach. Der Weg ist kaum mehr als eine an Weiden entlang führende Traktorspur. Ich bin froh, heute früh Gamaschen übergestreift zu haben, das Gras steht hoch und ist nass. Es geht steil nach oben, unterbrochen von einem kurzen Plausch mit einem Jäger in seinem Hochsitz. Auf der höhe angekommen, sehe ich das Trautzberger Maar vor mir liegen.

Seit August 2014 werden am Trautzberger Maar Maßnahmen zur Wieder­vernäs­sung durchgeführt, um dieses in den 60gern trockengelegte Maar wieder in den Kreis der „Augen der Eifel“ aufzunehmen. Es hat heute mit ca. 75 m größter Breite seine maximal mögliche Ausdehnung erreicht. Ein Überlauf führt überschüssiges Wasser ins Tiefenbachtal ab.

Oberhalb des Trautzberger Maares führt mich eine Wirtschaftsweg weiter zum Strohner Määrchen, Teil des Naturschutzgebietes Pulvermaar mit Römerberg und Strohner Määrchen.

Das NSG Pulvermaar mit Römerberg und Strohner Määrchen

Das Naturschutzgebiet umfasst die durch eine Vulkangruppe geformten Landschaft aus zwei Maaren und einem 65 Meter hohen Tuff- und Schlackenkegel, dem Römerberg. Am Fuß des Römerbergs liegt das kurz vor der Verlandung stehende Strohner Määrchen, dessen fast 10 Meter dicke Torfablagerungen den Maargrund bedecken.

Links der Römerberg und rechts der Kraterrand des Pulvermaar

Links der Römerberg und rechts der Kraterrand des Pulvermaar

Das innerhalb eines Maarkessels gelegene Hochmoor gehört wie Mosbrucher Weiher, Dürres Maar und Mürmes zu einem in Mitteleuropa einzigartigen Naturphänomen. An den Römerberg schließt sich nördlich das Pulvermaar an, der mit 74 Metern tiefste aller Maarseen.

Das Strohner Määrchen entfaltet seine ganze Pracht in Frühsommer, wenn die Vegetation voll erblüht. Um diese Jahreszeit ist es dort eher unspektakulär, dennoch sollte man sich diese Seltenheit unbedingt ansehen.

Da ich wegen der Witterung während der Tour keine Fotos vom Strohner Märchen und Pulvermaar gemacht habe, holte ich das einen Tag später bei strahlendem Sonnenschein nach.

Oberhalb des Määrchens gehe ich nach rechts und hinunter in die Machebach, dem Tal zwischen Römerberg und Pulvermaar. Entlang des Erlenfloß, einem Bächlein in der Machebach, geht es unterhalb des Römerbergs zurück Richtung Osten. An der Land­wirt­schafts­straße halte ich mich links und gehe hinauf zur L16, die ich kreuze und zum Pulvermaar hinab gehe. Ich folge dem Rundweg gegen den Uhrzeigersinn, passiere das Naturfreibad am Pulvermaar oberhalb und steige nach wenigen Metern Fahrstraße über einen Pfad den Maarhang hinauf und bin so bald wieder am Startpunkt.

Pulvermaar 5

Fazit

Eine sehr abwechslungsreiche Tour mit einigen Highlights, wenn auch nicht auf Anhieb als solche zu erkennen. Aber welche Tour hat schon drei Superlative gleichzeitig zu bieten? Hier kommt man tiefsten, flachsten und kleinsten Maarsee der Vulkaneifel entlang. Dazu das Naturphänomen ‚Hochmoor‘. Eine lohnenswerte Tour auf wenig frequentierten Wegen. Mir begegnete heute in den 4 Stunden bis zum Trautzberger Maar 4 Wanderer, zwei Mountainbiker, ein Jäger und ein Ziegenbock. Hinter dem Trautzberger Maar in Richtung NSG ist allerdings schon etwas mehr los.

Immerather Maar 26

Die Tour auf Outdooaractive

Kategorie Maare, Vulkaneifel, Wandern

Als Westfale verschlug es Herbert Peck Anfang der 1980ger Jahre nach Koblenz und vor einigen Jahren dann monatsweise in die Vulkaneifel. Begeistert von der Landschaft und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten (Wandern, Biken, Fischen) , hat er sich vorgenommen, andere daran teilhaben zu lassen. Er ist zertifizierter Wanderführer im Deutschen Wanderverband (Wanderführer DWV) und führt Interessierte gerne über nicht so bekannte Pfade & Wege

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